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title: "Krankheiten: Luftsackmilben"
url: "https://welliathome.de/info/gesundheit/krankheiten/luftsackmilben/"
description: "Luftsackmilben bei Vögeln: Symptome erkennen, Diagnose, wirksame Behandlung und Übertragung vermeiden."
author: "Thorsten Hoeppner"
published: "2024-02-22T10:47:35+00:00"
modified: "2026-08-23T15:36:00+00:00"
language: "de"
site: "Welli@Home"
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# Krankheiten: Luftsackmilben

Source: https://welliathome.de/info/gesundheit/krankheiten/luftsackmilben/

**Kurzfassung**

Zusammenfassung

Luftsackmilben sind Parasiten, die die Atemwege von Vögeln befallen und nach einer oft langen Inkubationszeit Symptome wie piepsende Atemgeräusche, erschwerte Atmung oder Heiserkeit verursachen. Bakterielle Sekundärinfektionen können den Krankheitsverlauf verschlimmern. Die Diagnose erfolgt durch Sichtkontrolle, die Therapie meist mittels Spot-On-Präparat und gegebenenfalls Antibiotika.

Kernaussagen

Symptome treten oft erst Wochen nach Ansteckung auf.

Charakteristische Atemgeräusche, vor allem nachts.

Betroffene Vögel zeigen Niesen, Würgen und verminderte Flugleistung.

Diagnose durch Sichtbarmachung der Milben im Halsbereich möglich.

Behandlung umfasst Spot-On-Anwendung, eventuell Antibiotika und unterstützende Dampfbäder.

Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder gemeinsam genutztes Futter und Wasser.

[Image: Luftsackmilben unter dem Mikroskop]

## Allgemein

Luftsackmilben (*Sternostoma tracheacolum*) sind kleine Spinnentiere, die den Atemtrakt von Vögeln besiedeln können. Die Milben finden sich je nach Befall in Luftröhre, Stimmorgan (Syrinx), Lunge und Luftsäcken.

Diese haben laut Dr. med. vet. Quinten eine relativ lange Inkubationszeit[1](javascript:void(0))Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten von Krankheitszeichen von einigen Wochen bis Monaten, bis die ersten Symptome auftreten.

Auf der durch die Milben geschädigten Schleimhaut der Atemwege können sich zudem leicht Bakterien ansiedeln, die die Erkrankung noch verschlimmern können.

## Symptome

Ein leichter Befall kann unbemerkt bleiben, aber bei stärkerem Befall können die Milben die Atemwege mechanisch reizen und die Atmung erheblich beeinträchtigen.

Gemäß Dr. med. vet. Quinten hört man **abends und nachts [piepsende, knackende Atemgeräusche](https://welliathome.de/info/wellensittich/lautaeusserungen/#knackende-piepsende-atemgerausche)**, die auf die nachtaktiven Luftsackmilben zurückzuführen sind.

### Weitere Symptome

- Niesen, Würgen und Kopfschleudern
- erschwerte Atmung (ggf. mit Schwanzwippen)
- Atmen mit geöffnetem Schnabel, insbesondere nach Belastung oder Stress
- verminderte Belastbarkeit und Flugunlust
- vermehrter Speichel oder Schleim im Rachenbereich
- Veränderungen der Stimme, Heiserkeit oder deutlich leiseres Rufen
- nächtliche Unruhe und Schlafmangel bei fortschreitender Atemnot

## Übertragung und Risikofaktoren

Der Lebenszyklus von *Sternostoma tracheacolum* ist bislang nicht vollständig geklärt. Eine Übertragung innerhalb enger Vogelkontakte wird angenommen; besonders relevant sind daher Neuzugänge unbekannter Herkunft, Kontakt zu nicht untersuchten Vögeln sowie Bestände mit engem Besatz.

Sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen:

- Neuzugänge zunächst getrennt halten und vogelkundig untersuchen lassen
- Futter- und Trinkgefäße täglich reinigen
- Kot, Futterreste und Feuchtigkeit im Käfig regelmäßig entfernen
- keine gemeinsame Nutzung von Transportboxen oder Zubehör ohne gründliche Reinigung
- Atemwegsprobleme im Bestand frühzeitig tierärztlich abklären lassen

**Quelle:** [Air Sac Mites of the Respiratory System in Pet Birds](https://www.msdvetmanual.com/exotic-and-laboratory-animals/pet-birds/parasitic-diseases-of-pet-birds) (Merck Veterinary Manual)

## Diagnose

Die Diagnose ist nicht allein anhand der Symptome möglich. Hörbare Atemgeräusche können bei Vögeln zahlreiche Ursachen haben.

Auch wenn Milben gelegentlich bei Durchleuchtung der Luftröhre sichtbar werden können, ist dies kein sicherer Ausschluss- oder Bestätigungsbefund.

Die vogelkundige Tierarztpraxis beurteilt zunächst Allgemeinzustand, Atmung und Schleimhäute. Je nach Befund kommen weiterführende Untersuchungen infrage:

- Untersuchung von Schnabelhöhle, Rachen und Kropf
- Beurteilung der Luftröhre und gegebenenfalls Durchleuchtung
- Röntgenuntersuchung oder Endoskopie
- Untersuchung auf bakterielle, mykotische oder andere parasitäre Ursachen
- Abklärung von Haltungs- und Umweltfaktoren, wie Staub, Rauch oder Duftstoffen

Ein mögliches Ansprechen auf eine gezielte Therapie kann die Verdachtsdiagnose zusätzlich stützen, ist aber kein Ersatz für eine sorgfältige Untersuchung.

**Quelle:** [Air Sac Mites of the Respiratory System in Pet Birds](https://www.msdvetmanual.com/exotic-and-laboratory-animals/pet-birds/parasitic-diseases-of-pet-birds) (Merck Veterinary Manual)

## Behandlung bei Luftsackmilben

Luftsackmilben werden mit einem geeigneten antiparasitär wirksamen Arzneimittel, wie Ivermectin oder Moxidectin, behandelt. Zusätzlich sind in der Regel Wiederholungsbehandlungen erforderlich, um nachträglich geschlüpfte Milben abzutöten.

Unterstützende Maßnahmen beschränken sich auf Ruhe, Wärme nach tierärztlicher Empfehlung und eine reizstoffarme Umgebung.

Heißer Dampf, ätherische Öle, Kamille, Inhalationszusätze oder Hausmittel sollten ohne ausdrückliche tierärztliche Anweisung nicht eingesetzt werden, da diese die empfindlichen Atemwege zusätzlich reizen oder den Vogel durch Stress und Überhitzung gefährden können.

**Quelle:** [Air Sac Mites of the Respiratory System in Pet Birds](https://www.msdvetmanual.com/exotic-and-laboratory-animals/pet-birds/parasitic-diseases-of-pet-birds) (Merck Veterinary Manual)

## Prognose

Die Prognose hängt hauptsächlich von Befallsstärke, Dauer der Erkrankung, Vogelart und möglichen Begleiterkrankungen ab.

Bei frühzeitiger Diagnose und sachgerechter Behandlung können sich betroffene Vögel erholen.

Dieser Artikel wurde vom Autor recherchiert und redaktionell erstellt, wobei die medizinischen Angaben auf den angegebenen Fachquellen basieren. Diese Informationen ersetzen keinen Tierarztbesuch!

**Häufige Fragen**

Was sind Luftsackmilben beim Wellensittich?

Luftsackmilben sind winzige Parasiten, die in den Atemwegen und Luftsäcken des Vogels leben und sich von den Schleimhäuten ernähren. Sie gehören zu den Endoparasiten und können Entzündungen und schwere Atemprobleme verursachen.

Wie steckt sich ein Wellensittich mit Luftsackmilben an?

Die Ansteckung kann direkt durch engen Kontakt wie Schnäbeln erfolgen. Indirekt ist eine Übertragung über verunreinigte Trink- und Futternäpfe möglich. Eine Übertragung von Eltern auf Jungvögel wird beschrieben, genaue Häufigkeit ist jedoch unklar und gilt hier als nicht gesichert.

Welche typischen Symptome zeigen Wellensittiche mit Luftsackmilben?

Häufig hört man nachts oder abends piepsende, knackende Atemgeräusche. Dazu kommen oft Niesen, Würgen, Kopfschleudern und deutlich erschwerte Atmung. Weitere mögliche Anzeichen sind Heiserkeit bis Stimmlosigkeit und Atmen mit geöffnetem Schnabel nach Anstrengung.

Wie verläuft die Erkrankung – treten die Symptome sofort auf?

Nach der Ansteckung folgt meist eine längere Inkubationszeit von Wochen bis Monaten, bis erste Krankheitszeichen sichtbar werden. Die Beschwerden verschlimmern sich mit zunehmender Zahl der Milben und können ohne Behandlung lebensbedrohlich werden.

Wie stellt man Luftsackmilben sicher fest?

Die Diagnose sollte immer ein vogelkundiger Tierarzt stellen, zum Beispiel anhand typischer Symptome und Untersuchungen der Atemwege. Details zu Untersuchungsmethoden (z.B. Endoskopie) werden auf der verlinkten Seite nicht beschrieben; die genaue Vorgehensweise bleibt daher unklar.

Wie werden Luftsackmilben beim Wellensittich behandelt?

Üblich ist eine Spot-on-Behandlung mit einem Antiparasitikum, das zweimal im Abstand von einer Woche in den Nacken geträufelt wird. Bei zusätzlicher bakterieller Infektion können Antibiotika und Vitaminpräparate sinnvoll sein, dies entscheidet der Tierarzt. Konkrete Wirkstoffnamen werden dort nicht genannt und bleiben daher offen.

Was kann den Vogel während der Behandlung unterstützen?

Empfohlen werden Kamille-Dampfbäder, bei denen der Dampf vorsichtig in einen Quarantänekäfig gefächelt wird, um Schleim zu lösen und Schleimhäute zu beruhigen.
Der Vogel sollte viel Ruhe haben und bei deutlicher Atemnot keinen Freiflug erhalten.

Wie kann ich die Ansteckung weiterer Vögel im Schwarm begrenzen?

Wichtige Maßnahmen sind das regelmäßige, gründliche Reinigen und Abkochen von Trink- und Futternäpfen mit vollständigem Trocknen. Direkter Kontakt zwischen vermutlich erkrankten und gesunden Tieren sollte möglichst vermieden werden, bis die Behandlung abgeschlossen ist.

Sind Luftsackmilben für Menschen oder andere Haustiere gefährlich?

Luftsackmilben gelten als spezifisch für Vögel und sind nach derzeitigen Quellen für Menschen und andere Haustiere nicht ansteckend. Langzeitdaten für alle Tierarten werden auf der verlinkten Seite nicht dargestellt; diese Einschätzung bezieht sich auf den aktuellen Wissensstand und bleibt im Detail begrenzt.

Was sollte ich tun, wenn ich Luftsackmilben vermute?

Bei Verdacht auf Luftsackmilben ist ein schneller Besuch bei einem vogelkundigen Tierarzt wichtig, da die Erkrankung schwer verlaufen kann.

Quellen

[Doris Quinten: „Ziervogelkrankheiten“](https://amzn.to/2PjVdgw), S. 74f.

[Air Sac Mites of the Respiratory System in Pet Birds](https://www.msdvetmanual.com/exotic-and-laboratory-animals/pet-birds/parasitic-diseases-of-pet-birds#Feather-Mites_v3305757) (Merck Veterinary Manual)

Weitere Informationsquellen

[„Luftsackmilben“](https://www.birds-online.de/wp/bo/gesundheit-handicaps/gesundheit/parasiten/luftsackmilben/) (Birds Online)

**[Übersicht der Krankheiten](https://welliathome.de/info/gesundheit/krankheiten/)**

Thorsten Hoeppner vom 22.02.2024

Aktualisiert: 23.08.2026

- 1 Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten von Krankheitszeichen ↩︎