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title: "Leinsamen für Wellensittiche?"
description: "Welche Menge an Leinsamen ist für einen Wellensittich trotz der enthaltenen cyanogenen Glycoside noch gesundheitlich unbedenklich?"
url: https://welliathome.de/leinsamen/
date: 2025-04-02
modified: 2026-04-17
author: "Welli@Home"
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categories: ["Infos &amp; Wissen", "Futterpflanzen"]
type: post
lang: de
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# Leinsamen für Wellensittiche?

[!(https://welliathome.de/wp-content/uploads/Lein-400x300.jpg)](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Lein.jpg)

**Kurzfassung**

Zusammenfassung

Diese enthalten potenziell gefährliche Stoffe wie cyanogene Glycoside, die im Organismus zu Blausäure umgewandelt werden können. Besonders kleine Sittiche entsplzen die Samen, sodass das Gift freigesetzt wird. Da Referenzwerte für Vögel fehlen und das Risiko nicht abschätzbar ist, wird empfohlen, Leinsamen durch andere Saaten zu ersetzen.

Kernaussagen

- Leinsamen enthalten cyanogene Glycoside, die in Blausäure umgewandelt werden können.

- Kleine Sittiche, darunter Wellensittiche, setzen das Gift beim Entspelzen der Samen frei.

- Die akute Referenzdosis für Blausäure wurde nur für den Menschen bestimmt, nicht für Vögel.

- Richtwerte aus Humanstudien sind nur bedingt auf Vögel übertragbar.

- Handelsübliche Futtermischungen geben oft keine Mengenangaben zu Leinsamen und Cyanidgehalt.

- Ein nicht kalkulierbares Restrisiko bei Verfütterung an Wellensittiche bleibt bestehen.

## Allgemein

Bei den **Leinsamen **handelt es sich um die **Samen des (https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Lein)**.

Der Lein wird nicht nur wegen der (https://de.wikipedia.org/wiki/Leinsamen), sondern auch zur Faser- ((https://de.wikipedia.org/wiki/Flachsfaser)) und zur Ölgewinnung ((https://de.wikipedia.org/wiki/Lein%C3%B6l)) angebaut.

Der Lein bzw. die Samen enthalten neben hohen Mengen an [**Cadmium**](https://de.wikipedia.org/wiki/Cadmium) auch noch [**cyanogene Glycoside**](https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanogene_Glycoside), die im Organismus zu [**Blausäure**](https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanwasserstoff) umgewandelt werden können.

Dabei enthält das Kraut der **Jungpflanzen **den **höchsten Gehalt an Giftstoffen**, womit man tunlichst vermeiden sollte, Blätter oder andere Pflanzenteile zu verfüttern. 

## Leinsamen bzw. Leinsaat

**Einheimische Vögel**, **Finken **und **Kanarienvögel **usw. schlucken diese in der Regel **im Ganzen mit der Schale**, wodurch diese kaum ein Problem darstellen sollten und den Darm normalerweise unbeschadet passieren. Leider bieten diese dann aber auch keinen nennenswerten Nährwert.

Anders verhält sich das v.a. bei **kleineren Sittichen**, wie den Wellensittichen, die Samen **entspelzen oder knacken**, wodurch die enthaltenen cyanogenen Glycoside im Organismus in die hochgiftige Blausäure umgewandelt werden können.

### Cyanogene Glycoside

***Cyanogene Glycoside** sind als **Fraßschutz **in einigen Pflanzen, wie z.B. den Leingewächsen, enthalten. Einen besonders hohen Gehalt weisen dabei Bittermandeln, Aprikosenkerne sowie viele Obstkerne auf.*

#### Verstoffwechslung

Beim Verzehr und der Verdauung von Leinsamen werden durch eine enzymatische Hydrolyse von den **cyanogenen Glycosiden**v.a. Linustatin und Neolinustatin im Leinsamen **Cyanid **(Salz der Blausäure) abgespalten.

Die entstehende **Blausäure **ist hochgiftig, da diese die oxidative Phosphorylierung hemmt und somit die **Zellatmung beeinträchtigt bzw. blockiert**. Die tödliche Dosis liegt beim Menschen bei 0,5–3,5 mg/kg Körpergewicht.

### Unbedenkliche Menge

*Beim Menschen werden 10–15 g pro Mahlzeit bzw. 30 g pro Tag als gesundheitlich unbedenklich genannt.*

#### Höchstwerte

Untersuchungen haben ergeben, dass bei handelsüblichen Leinsamen der Cyanidgehalt im Bereich von 70–300 mg/kg (Ø 127–165 mg/kg)CVUA Sigmaringen 2009; CVUA Sigmaringen 2012; Cressey et al. 2013; Abraham et al. 2015; liegt.

Im Jahr 2023 wurde der Höchstgehalt für Blausäure auf auf 150–250 mg/kgVO (EU) 2023/915 festgesetzt, wobei bei einem Gehalt von über 150 mg/kg ein Warnhinweis„Nur zum Kochen und Backen verwenden. Nicht roh verzehren!“ auf der Verpackung angebracht werden muss.

#### Akute Referenzdosis (ARfD)

Die (https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/pflanzenschutzmittel/et_akute_referenzdosis.htm)legt fest, wie viel der Substanz pro kg Körpergewicht, in diesem Fall Blausäure, ohne erkennbares Risiko über die Nahrung aufgenommen werden kann.

Für die **Leinsaat** beträgt die ARfD gemäß dem BfRBundesinstitut für Risikobewertung **0,075 mg/kg Körpergewicht**.

Somit wäre die **tolerierbare akute Gesamtaufnahme**, auf einen **Wellensittich mit 40 g** umgerechnet, eine Menge von **0,003 mg Cyanid**.

Folglich läge die möglicherweise „unproblematische“ Menge an Leinsamen bei Wellensittichen je nach Cyanidgehalt bei **12mg**Leinsamen mit max. 250 mg/kg Cyanid (≙ 1–2 Leinsamen) oder **20 mg**Leinsamen mit max. 150 mg/kg Cyanid (≙ 3–4 Leinsamen).

[![10g Leinsamen](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Leinsamen-10g-300x300.jpg)](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Leinsamen-10g.jpg)

*Mensch: 10g*

[![20mg Leinsamen auf der Waage](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Leinsamen-auf-Waage-300x300.jpg)](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Leinsamen-auf-Waage.jpg)

*Wellensittich: 20mg*

*Gemäß dieser Berechnung sollten in 2 TL (ca. 10 g) Futter lediglich 3–4 Leinsamen enthalten sein, was etwa einem Leinsamengehalt im Futter von 0,2 % entspräche*.

## Wellensittichfutter

Bei den Körnermischungen mit Leinsamen gibt es im Prinzip erst einmal zwei Probleme:

- meist **keine Angabe der enthaltenen Menge**

- **keine Angabe des Höchstwertes** an Cyanid (max. 150 mg/kg oder 250 mg/kg)

Ein weiteres nicht unbeträchtliches Problem liegt darin, dass alle **Studien mit Menschen** durchgeführt wurden und die **Referenzwerte **von 20 mgmax. 150 mg/kg Blausäure bzw. 12 mg max. 250 mg/kg Blausäure, somit **keinen verlässlichen Maßstab für Vögel** darstellen.

Nachdem es aber **keine vergleichbaren Studien zu Vögeln**nur zur letalen Dosis: „(https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3503141/)“ gibt bzw. mir nicht bekannt sind, sind es leider die **einzigen Richtwerte,** die hierfür zur Verfügung stehen.

Es kann also nicht mit Sicherheit gesagt werden, ab welcher Menge eine **gesundheitliche Beeinträchtigung** eintritt bzw. ab wann **erste Vergiftungserscheinungen **auftreten.

Somit bleibt **bei der Verwendung von Leinsamen** in Futtermischungen für Vögel, die diese entspelzen oder knacken, immer noch ein **nicht kalkulierbares Restrisiko**.

***Unter diesen Umständen, also in Ermangelung verlässlicher Höchstwerte, erachte ich es persönlich für sinnvoller, in Körnermischungen für Sittiche komplett auf diese ***zu verzichten und diese durch andere unbedenkliche Ölsaaten zu ersetzen.

**(https://welliathome.de/info/ernaehrung/frischfutter/ungeeignete-pflanzen/)**

Quellen

- „(https://www.ages.at/forschung/wissen-aktuell/detail/cyanogene-glykoside-in-leinsamen)“ (AGES)

- „(https://www.botanikus.de/informatives/giftpflanzen/alle-giftpflanzen/lein/)“ (Botanikus)

- „(https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/toxische_reaktionsprodukte/cyanid/index.htm)“ (LGL)

- „(https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanogene_Glycoside)“ (Wikipedia)

- „(https://de.wikipedia.org/wiki/Leinsamen)“ & „(https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeiner_Lein)“ (Wikipedia)
