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title: "Vererbung – Teil 4"
description: "Im Teil 4 der \"Grundlagen der Vererbung\" die Erklärungen zur zweiten Mendelsche Regel - die sogenannte Unabhängkeitsregel."
url: https://welliathome.de/vererbung-teil-4/
date: 2025-04-29
modified: 2026-04-15
author: "Welli@Home"
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categories: ["Infos &amp; Wissen"]
tags: ["Wellensittichhaltung"]
type: post
lang: de
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# Vererbung – Teil 4

* Gastbeitrag von **Sittichzucht Mandy Thiele**, *[*@sittichzucht_thiele*](https://www.instagram.com/sittichzucht_thiele/#)

[!(https://welliathome.de/wp-content/uploads/Vererbung-400x300.jpg)](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Vererbung.jpg)

*Im **Teil 4** der „Grundlagen der Vererbung“ möchte ich euch die zweite Mendelsche Regel erklären – die sogenannte Unabhängigkeitsregel.*

**Kurzfassung**

Zusammenfassung

Der Artikel erklärt die 3. Mendelsche Regel, auch Unabhängigkeitsregel genannt. Diese besagt, dass bei dihybriden Kreuzungen die Vererbung der Merkmale unabhängig voneinander erfolgt, solange die Gene nicht auf demselben Chromosom nahe beieinander liegen. Beispiele aus der Erbsenzucht und Sittichzucht zeigen das Auftreten neuer Merkmalskombinationen im Verhältnis 9:3:3:1.

Kernaussagen

- Die 3. Mendelsche Regel beschreibt unabhängige Vererbung von Merkmalen.

- Dihybride Kreuzungen führen zu vier möglichen Merkmalskombinationen.

- Die Regel gilt nur für weit voneinander entfernte oder auf verschiedenen Chromosomen liegende Gene.

- Das typische Verhältnis der Ausprägungen in F2-Generationen ist 9:3:3:1.

- Beispiele aus Erbsen- und Sittichzucht veranschaulichen verschiedene Kombinationsmöglichkeiten.

## Definition

*„Es findet eine Kreuzung von Eltern statt, die sich in zwei Merkmalen (dihybrider Erbgang/Dihybridenkreuzung) unterscheiden, für die sie jeweils reinerbig sind. Dabei
werden die jeweiligen Erbanlagen frei und unabhängig voneinander an die Nachkommen vererbt.“*

Mendelsche Regel Nr. 3 (Unabhängigkeitsregel)

## Erklärung

Die **dritte Mendelsche Regel** sagt kurz gesagt aus, dass sich **jedes Merkmal unabhängig von den anderen Merkmalen** weitervererbt. So können sich die unterschiedlichen Merkmale beliebig kombinieren. Sie sind in der Vererbung nicht aneinander gebunden.

Aber wichtig: Die 3. Mendelsche Regel gilt **nur für Gene**, die sich **auf verschiedenen Chromosomen** oder **auf demselben Chromosom weit voneinander entfernt** befinden.

In beiden Fällen kann während der Meiose (eine Form der Kerntrennung, die bei der Fortpflanzung stattfindet) eine Trennung stattfinden. Wenn die Gene nahe beieinander liegen (also quasi gekoppelt sind), können sie nur gemeinsam vererbt werden.

Auch diese Regel lässt sich wieder an Mendels Erbsen erklären.

### Dominant-rezessiver Erbgang

Im „Lehrbuch-Beispiel“ werden wieder Erbsen gekreuzt, die sich voneinander unterscheiden.

Dabei nahm Mendel einmal **Erbsen **mit den dominanten Merkmalen **gelbe Samenfarbe** (G) und **glatter Form** (R).

Die **zweite Erbse** war **grün** (g) mit **runzliger Schale** (r), wobei hier beide Merkmale rezessiv sind. Um das Ganze vereinfacht darzustellen, werde ich das **Kombinationsquadrat **nutzen.

[!(https://welliathome.de/wp-content/uploads/Kombi-Quadrat-Erbsen-2-300x300.jpg)](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Kombi-Quadrat-Erbsen-2.jpg)

Wie man sieht, greift hier die **[1. Mendelsche Regel](https://welliathome.de/vererbung-teil-2/)**. Alle Nachkommen in der **F1-Generation** sind im **Geno- und Phänotypen gleich**.

**Ergebnis:**

- Genotyp = **GgRr**

- Phänotyp = **gelb mit glatter Schale**

Wenn man jetzt das Beispiel anhand der **[2. Mendelschen Regel](https://welliathome.de/vererbung-teil-3/)** weiter durchspielt, sieht man, dass nun **neue Kombinationen der einzelnen Merkmale** entstehen.

Neben **gelb/glatt** und **grün/runzlig** entstehen nun **gelb/runzlig** und **grün/glatt**.

Und genau das ist die Aussage der **Unabhängigkeitsregel**.

[!(https://welliathome.de/wp-content/uploads/Kombi-Quadrat-Erbsen-3-400x275.jpg)](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Kombi-Quadrat-Erbsen-3.jpg)

Dabei entstehen die Kombinationen im Verhältnis 9:3:3:1.

- **gelb**/**glatt **(9)

- **gelb**/**runzlig **(3)

- **grün**/**glatt **(3)

- **grün**/**runzlig **(1)

#### Beispiele bei Sittichen

Ein wunderbares Beispiel für die **3. Mendelsche Regel** beim dominant-rezessiven Erbgang unter den Sittichen ist die Kombination der beiden Mutationen **graugrün** (Misty) und **dominant gescheckt** (Pied) beim Ziegensittich.

Wenn man nun die **F1-Generation** der VerpaarungPPMM × ppmm (homozygoter graugrüner Schecke × wildfarbig) miteinander verpaart (**⇒** **PpMm × PpMm**), kann man folgendes **Kombinationsquadrat **erstellen.

[!(https://welliathome.de/wp-content/uploads/Kombi-Quadrat-Sittiche-400x275.jpg)](https://welliathome.de/wp-content/uploads/Kombi-Quadrat-Sittiche.jpg)

Dabei entsteht wieder die Kombinationen im Verhältnis 9:3:3:1.

- **gescheckt **/ **graugrün** (9)

- **gescheckt** / **wildfarbig **(3)

- **einfarbig** / **graugrün** (3)

- **einfarbig** / **wildfarbig **(1)

Allerdings spalten sich in diesem Beispiel die **9 graugrünen Schecken** (Misty) in verschiedene Ausführungen auf:

- **EF gescheckt** & **EF** **graugrün** (4)

- **DF gescheckt** & **DF** **graugrün** (1)

- **DF gescheckt** & **EF** **graugrün** (2)

- **EF gescheckt** & **DF** **graugrün** (2)

***EF**: einfaktorig / **DF**: doppelfaktorig*

**(https://welliathome.de/vererbung-teil-1/)**

Quellen

- (https://studyflix.de/biologie/mendelsche-regeln-2650) (StudiFlix)

- [3. Mendelsche Regel](https://studyflix.de/biologie/3-mendelsche-regel-unabhaengigkeitsregel-2653) (StudiFlix)

!(https://welliathome.de/wp-content/uploads/Mandy-Thiele-150x150.jpg)

Sittichzucht Mandy Thiele

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