Definition
Methionin ist eine proteinbildende, schwefelhaltige Aminosäure. Als essentielle Aminosäure kann sie vom Wellensittich nicht in ausreichender Menge selbst gebildet werden und muss deshalb über protein- und saatreiche Nahrung verfügbar sein.
Funktion
Im Stoffwechsel dient Methionin unter anderem als Ausgangsstoff für schwefelhaltige Verbindungen, einschließlich Cystin.
Cystin ist ein wesentlicher Bestandteil von Keratin – dem Strukturprotein von Federn, Schnabel und Krallen. Daher beeinflusst Methionin vor allem Federneubildung, Federqualität und den Ablauf der Mauser.
Mangel und Überversorgung
Ein Methioninmangel kann sich insbesondere während der Mauser zeigen durch:
- verzögerte oder verlängerte Mauser
- gestörte Federbildung
- ungewöhnlich weiche, gekrümmte oder schlecht ausgebildete Federn
- gegebenenfalls persistierende Federscheiden bzw. Federkiele
Überversorgungen durch einzelne Futterpflanzen sind bei abwechslungsreicher Frischkost wenig wahrscheinlich.
Bedeutung für Wellensittiche
Der Bedarf gewinnt in Phasen mit hoher Federneubildung an Bedeutung – etwa bei Jungvögeln, in der regulären Mauser oder bei der Regeneration des Gefieders.
Methioninhaltige Frischpflanzen und Gemüse ergänzen die Saatenmischung, ersetzen aber keine insgesamt bedarfsgerechte Ernährung.
Vorkommen
Geeignete natürliche Quellen sind beispielsweise:
- Krautige Pflanzen: Hirse, Brennnessel, Basilikum, Petersilie, Spitzwegerich
- Gemüse: Brokkoli, Fenchel, Zucchini, Sellerie, Kürbis, Pastinake