Fütterung der Wellensittiche

Fütterung der Wellensittiche

Bei der Fütterung der Wellensittiche sollte man einige Dinge beachten, v.a. im Hinblick auf die Hygiene, um möglichen Erkrankungen vorzubeugen.

Was muss man bei der Körnermischung beachten?

Jeder Wellensittich sollte bei der Fütterung täglich etwa 2 Teelöffel einer artgerechten Körnermischung erhalten.

Ich empfehle hierfür die Verwendung eines geeigneten Messlöffels aus Edelstahl, der jeweils die Portion für einen Wellensittich fasst.

Futterbar mit Messlöffel

Um unnötige Streitereien zu vermeiden, sollte für jeden Wellensittich ein Futternapf und für alle zusammen mindestens ein Trinknapf zur Verfügung stehen. Bei mir hat sich hierfür eine sogenannte Futterbar bewährt, die dann noch durch einen entsprechenden Wassernapf ergänzt werden kann.

Futterbar und Wassernapf

Das alte Futter sollte stets komplett ausgetauscht werden.

Auch wenn es oft so scheint, dass die Näpfe noch Futter enthalten, handelt es sich in der Regel nur noch um Spelzen (= Schalen der Körner) oder die verbliebenen Körner liegen unter einer Schicht von Spelzen, sodass die Wellensittiche diese nicht mehr erreichen können. Somit könnten diese sogar verhungern, wenn sie keine neuen Körner erhalten.

Zusätzlich kann man ab und zu noch Keimfutter anbieten. Durch das Keimen werden die Körner vitaminreicher und leichter verdaulich.

Man kann dieses mit Keimgläsern selbst herstellen. Allerdings sollte es sich dabei nur um kleine Mengen handeln, da dieses relativ schnell verdirbt.

Futterreinigungsmaschine
Richtige Ernährung
Eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung ist die beste Gesundheitsvorsorge. Diesem Anspruch können bedauerlicherweise die meisten im Tierhandel erhältlichen Körnermischungen und anderen Produkte nicht gerecht werden.

Was muss man beim Trinkwasser beachten?

Wellensittiche benötigen täglich frisches Trinkwasser. Allerdings reicht es nicht, das Trinkwasser zu wechseln, sondern auch der Trinknapf muss täglich gewechselt werden.

Die gebrauchten Trinknäpfe müssen mit Wasser und einer Bürste gereinigt werden, um den Bakterienfilm am Boden des Napfes zu entfernen. Außerdem muss der Napf anschließend 24 Stunden durchtrocknen, um auch Geißeltierchen (Trichomonaden) usw. abzutöten.
Wassernapf
Tee oder abgekochtes Wasser
Wellensittiche sollten nicht ausschließlich abgekochtes Wasser bekommen, da beim Erhitzen wichtige Elektrolyte und Mineralstoffe verloren gehen, die diesen dann fehlen. Aus diesem Grund sollte man Tees auch nur in Ausnahmefällen bzw. als Ergänzung anbieten.

Wie sollte man Grit zur Verfügung stellen?

Egal, welche Einstreu man nutzt, sollte trotzdem immer Grit aus hygienischen Gründen in einem extra Schälchen oder Napf angeboten werden. Der im Vogelsand enthaltende Grit ist in der Regel durch den Kot der Wellensittiche verunreinigt.

Schälchen mit Grit
Vogelsand & Grit
Vogelsand und Grit sind für den Wellensittich lebensnotwendig, da sonst die Nahrung im Muskelmagen nicht zerkleinert und verdaut werden kann.

Was ist bei der Fütterung von Frischfutter wichtig?

Frischfutter kann in der Regel mehrmals in der Woche oder sogar täglich zur freien Aufnahme angeboten werden.

Allerdings sollte bei der Fütterung von Frischkost mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen (z. B. Küchenkräuter) bzw. Fruchtzucker (z. B. Obst) höchstens 1–2 mal die Woche verfüttert werden.

Bei der Fütterung von Frischfutter sollte man dieses nicht zu lange im Käfig belassen und je nach Anfälligkeit für Schimmelpilze und Bakterien (v.a. Obst und Gemüse) bzw. Temperatur (v.a. im Sommer) nach einigen Stunden oder spätestens am nächsten Tag entfernt werden.
Frischfutter
Frischfutter waschen
Gesammeltes und auch gekauftes Frischfutter sollte sorgfältig gewaschen werden, um Verunreinigungen und Reste von Pflanzenschutzmitteln zu entfernen.
Häufige Fragen
Wie viel Futter benötigt ein Wellensittich pro Tag?
Jeder Wellensittich sollte täglich etwa 2 Teelöffel einer artgerechten Körnermischung erhalten. Es ist ratsam, einen passenden Messlöffel zu verwenden und das Futter täglich komplett auszutauschen. Achten Sie darauf, dass der Napf nicht nur mit leeren Spelzen (Schalen) gefüllt ist, da die Vögel sonst hungern könnten, obwohl es so aussieht, als wäre noch Futter vorhanden.
Warum reicht es nicht aus, das Trinkwasser einfach nur zu wechseln?
Es ist wichtig, zusätzlich zum täglichen Wasserwechsel auch das Trinkgefäß selbst regelmäßig zu reinigen. Gebrauchte Näpfe sollten mit Wasser und einer Bürste gesäubert werden, um einen Bakterienfilm am Boden zu entfernen. Nach der Reinigung sollte der Napf idealerweise 24 Stunden durchtrocknen, um auch Erreger wie Trichomonaden abzutöten.
Wo sollte ich Grit für meine Vögel anbieten?
Grit sollte immer aus hygienischen Gründen in einem separaten Schälchen oder Napf angeboten werden. Nutzen Sie nicht einfach den im Vogelsand enthaltenen Grit, da dieser durch den Kot der Vögel verunreinigt sein kann. Grit ist lebensnotwendig, damit die Nahrung im Muskelmagen zerkleinert und verdaut werden kann.
Wie oft darf ich Frischfutter geben?
Frischfutter kann meist mehrmals pro Woche oder sogar täglich angeboten werden. Eine Ausnahme bilden Futtermittel mit sehr hohem Gehalt an Fruchtzucker (Obst) oder ätherischen Ölen (bestimmte Kräuter) – diese sollten höchstens 1–2 Mal pro Woche verfüttert werden. Achten Sie darauf, Frischfutter gründlich zu waschen und es nicht zu lange im Käfig zu lassen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Sollte ich Wellensittichen ausschließlich abgekochtes Wasser anbieten?
Nein, Wellensittiche sollten nicht ausschließlich abgekochtes Wasser erhalten. Durch das Erhitzen gehen wichtige Elektrolyte und Mineralstoffe verloren, die den Vögeln dann fehlen können. Tee sollte ebenfalls nur in Ausnahmefällen oder als gezielte Ergänzung angeboten werden.
Ist Keimfutter für Wellensittiche geeignet?
Ja, Keimfutter kann als Ergänzung angeboten werden, da es durch den Keimvorgang vitaminreicher und leichter verdaulich wird. Es sollte jedoch nur in kleinen Mengen zubereitet werden, da es relativ schnell verdirbt.
Was ist die beste Futterbar-Einrichtung?
Um Futterneid und Streitereien zu minimieren, sollte für jeden Wellensittich ein eigener Futternapf zur Verfügung stehen. Für das Trinkwasser reicht in der Regel ein gemeinsamer Napf für die Gruppe aus. Eine bewährte Methode ist die Nutzung einer sogenannten Futterbar.
Quellen
  • Doris Quinten: „Ziervogelkrankheiten“, S. 85f.
  • Trichomonaden – Gelber Knopf (Tierarzt Burgdorf)
  • Trichomoniasis bei Wellensittichen (CVUA)
  • Weitere Informationsquellen
      Doris Quinten: „Ziervogelkrankheiten“ (Ulmer) Trichomoniasis bei Wellensittichen (CVUA)

    Grundlagen

    Thorsten Hoeppner vom 10.07.2021
    Aktualisiert: 22.08.2026