Krankheiten: Drüsenmagenerweiterung

Röntgenbild von einer neuropathischer Drüsenmagenerweiterung

Allgemein

Auch wenn in erster Linie größere Papageien von dieser Erkrankung betroffen sind, kommt diese durchaus auch bei Wellensittichen vor.

Bei der „Neuropathischen Drüsenmagendilatation“ handelt es sich um eine Erweiterung des Drüsenmagens aufgrund einer anfänglichen Entzündung der Nerven dieses Organs, die sich auch auf den Verdauungstrakt vom Kropf bis zum Muskelmagen ausweiten kann.

Symptome

Die Leitsymptome sind:

  • chronische Abmagerung
  • unverdaute Körner im Kot

Zudem ist das Allgemeinbefinden gestört und die erkrankten Vögel schlafen viel, sind aufgeplustert und erbrechen sich häufig.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu weiteren neurologischen Problemen kommen, wie motorischen Ausfällen, Krampfanfällen oder auch Lähmungen und letztendlich dem plötzlichen Herztod.

Ursachen

Die Ursache dieser Erkrankung blieb trotz intensiver Forschung lange unbekannt.

Im Jahr 2008 wurde aber zum ersten Mal ein aviäres Bornavirus bei erkrankten Papageien nachgewiesen.

Das bestätigte die frühere Vermutung einer viralen Ursache (vgl. D. Quinten), wobei das Bornavirus bei Vögeln allerdings nicht mit dem beim Menschen bzw. bei Säugetieren identisch ist.

Der eigentliche Ausbruch der neuropathischen Drüsenmagenerweiterung wird laut Dr. Alexandra Fluck vermutlich durch andere Erkrankungen sowie Stress begünstigt. 

Diagnose

Nach der Eingabe eines Kontrastmittels wird eine Röntgenaufnahme erstellt, auf der man dann leicht den stark erweiterten Drüsenmagen und das angesammelte Futter erkennen kann.

Inzwischen kann das aviäre Bornavirus gemäß Dr. Alexandra Fluck auch mittels Tupferproben von Schleimhautzellen (Kropf & Kloake) sowie mit einem Antikörpernachweis im Blut nachgewiesen werden, was etwa 7–14 Tage dauert.

Therapie einer Drüsenmagenerweiterung

Nach den zugrundeliegenden Fachquellen ist bisher keine Behandlungsmöglichkeit bekannt.

Laut Dr. Alexandra Fluck wird die Erkrankung inzwischen durch die Gabe von Entzündungshemmern und einer allgemein unterstützenden (Symptom-)Therapie abgemildert und verzögert.

Erkrankte Vögel erhalten weiche bis breiige Nahrung und im fortgeschrittenen Stadium nur noch flüssige Nahrung.

Dieser Artikel wurde vom Autor recherchiert und redaktionell erstellt, wobei die medizinischen Angaben auf den angegebenen Fachquellen basieren. Diese Informationen ersetzen keinen Tierarztbesuch!

Häufige Fragen
Was ist eine Drüsenmagenerweiterung?
Bei der neuropathischen Drüsenmagendilatation (Drüsenmagenerweiterung) kommt es zu einer krankhaften Erweiterung des Drüsenmagens. Ursache ist eine Veränderung der Nerven dieses Organs. Die Erkrankung kann auch bei Wellensittichen auftreten, obwohl größere Papageien häufiger betroffen sind.
Woran erkennt man eine Drüsenmagenerweiterung?
Typische Anzeichen sind eine chronische Abmagerung und unverdaute Körner im Kot. Betroffene Wellensittiche können außerdem ein gestörtes Allgemeinbefinden zeigen, viel schlafen, aufgeplustert sein und sich häufig erbrechen. Im fortgeschrittenen Stadium können Lähmungen, Kreisbewegungen und Krampfanfälle auftreten.
Wie wird eine Drüsenmagenerweiterung diagnostiziert?
Zur Diagnose kann nach der Gabe eines Kontrastmittels eine Röntgenaufnahme angefertigt werden. Dabei lassen sich der stark erweiterte Drüsenmagen und angesammeltes Futter erkennen.
Was verursacht eine Drüsenmagenerweiterung?
Als Ursache gilt ein aviäres Bornavirus. Die Erkrankung wird als neuropathische Drüsenmagendilatation bezeichnet, weil eine krankhafte Veränderung der Nerven des Drüsenmagens zugrunde liegt.
Wie wird eine Drüsenmagenerweiterung behandelt?
Laut der im Artikel genannten Fachliteratur ist keine Behandlungsmöglichkeit bekannt. Erkrankte Vögel erhalten weiche bis breiige Nahrung. Im fortgeschrittenen Stadium wird nur noch flüssige Nahrung gegeben. Bei einem erkrankten Wellensittich sollte die weitere Versorgung tierärztlich begleitet werden.
Quellen

Übersicht der Krankheiten

Thorsten Hoeppner vom 25.08.2026
Aktualisiert: 26.08.2026