Parasiten: Räudemilben

Räudemilben
Kurzfassung
Zusammenfassung

Räudemilben sind Parasiten, die in der Haut von Wellensittichen leben und dort Eier legen. Oft verbleiben sie symptomlos im Vogel, vermehren sich aber bei geschwächtem Immunsystem unkontrolliert und verursachen Gesichtsräude. Symptome reichen von schwammartigen Hautwucherungen bis hin zu Schnabeldeformationen. Hausmittel und frei verkäufliche Zoohandelsprodukte sind ungeeignet und mit Risiken verbunden.

Kernaussagen
  • Milben werden meist durch geschwächte Abwehr aktiv.
  • Symptome beginnen an der Wachshaut und am Schnabel.
  • Bei fortgeschrittenem Befall können Füße und Kloake betroffen sein.
  • Diagnose erfolgt früh mikroskopisch, später durch Sichtbefund.
  • Nach der Behandlung sollte die Immunschwächeursache behoben werden.
  • Allgemein

    Räudemilben leben in der Haut des Wellensittichs und legen auch dort ihre Eier.

    Wellensittiche können diese bereits vom Züchter mitbringen, da sich diese jahrelang ohne jegliche Symptome auf dem Vogel aufhalten können. Bei gesunden Wellensittichen werden die Milben durch die körpereigene Abwehr an der Vermehrung gehindert.

    Erst wenn die Abwehrkräfte des Wellensittichs, z.B. durch Stress, Fehlernährung oder Erkrankungen, geschwächt sind, können sich die Milben ungehindert vermehren und es treten die ersten Symptome eines Räudemilben-Befalls auf.

    Symptome

    Bei Wellensittichen verursachen Räudemilben die sogenannte Gesichtsräude.

    Es bilden sich im Bereich der Wachshaut schwammartige Wucherungen, in denen sich kleine Bohrlöcher von den Milben erkennen lassen.

    Des Weiteren kann man auch „Fraßspuren“ und Bohrlöcher auf dem Schnabelhorn finden, wodurch dieses etwas „zerkratzt“ wirkt.

    Räudemilben

    In späteren Stadien, also wenn die Gesichtsräude unbehandelt bleibt, treten Schnabeldeformationen bzw. ein abnormes Schnabelwachstum auf und der Räudemilbenbefall kann sich auf den Ständer, die Füße und auch auf die Kloake ausweiten.

    Schwammartige Wucherungen
    Schwammartige Wucherungen
    Fortgeschrittenes Stadium
    Fortgeschrittenes Stadium
    Schnabeldeformationen
    Schnabeldeformationen

    Diagnose

    Im Anfangsstadium kann noch eine mikroskopische Untersuchung nötig sein. Im fortgeschrittenen Stadium ist das Krankheitsbild so offensichtlich, dass keine weitere Diagnose notwendig ist.

    Therapie bei Räudemilben

    Die gängige Methode wäre eine Behandlung mittels eines zweimaligen „Spot-On“ im Abstand von 10 Tagen. Dabei wird der Wirkstoff „Ivermectin“ (1:10) auf die Nackenhaut des Wellensittichs geträufelt. Der Wirkstoff wird dabei über die Haut aufgenommen und tötet die Milben von innen heraus ab. Die zweite Behandlung tötet dann noch nachträglich geschlüpfte Milben ab.

    Handelsübliche Produkte
    Von Hausmitteln und auch Mitteln aus dem Zoohandel wird dringend abgeraten, da diese in der Regel gegen Räudemilben unwirksam sind und den Vögeln sogar schaden können (z.B. Sprays).

    Nach der Behandlung eines Räudemilben-Befalls sollte noch unbedingt nach der Ursache für das geschwächte Immunsystem gesucht und anschließend sollten geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

    Quellen

    Weitere Informationsquellen:

    Milben beim Vogel (Tiermedizin-Portal) Milben bei Wellensittichen (Wellensittiche-Blog) Grabmilben (Birds-Online)