Atmung
Die Atmung des Wellensittichs ist ein hochspezialisiertes System aus Luftröhre, Lunge und Luftsäcken, das einen sehr effizienten Gasaustausch und zugleich Wärmeregulierung ermöglicht.
Aufbau des Atmungssystems
Die Atemluft gelangt über Nasenöffnungen und Nasenhöhle zum Kehlkopf und weiter durch die Luftröhre in zwei Stammbronchien, die in die kompakte Lunge führen. Das eigentliche Stimmorgan sitzt nicht im Kehlkopf, sondern am unteren Ende der Luftröhre.
Atmungsvorgang und Luftsäcke
Wellensittiche besitzen mehrere dünnwandige Luftsäcke als Erweiterungen der Bronchien. Beim Einatmen strömt sauerstoffreiche Luft in die hinteren Luftsäcke, während verbrauchte Luft aus der Lunge in die vorderen Luftsäcke gelangt; beim Ausatmen wird Luft aus den hinteren Luftsäcken erneut durch die Lunge gepresst und gleichzeitig die verbrauchte Luft aus den vorderen Luftsäcken ausgeatmet. Dadurch entsteht ein nahezu kontinuierlicher Gasaustausch mit einer etwa zehnmal größeren Luftaustauschfläche als bei gleich großen Säugetieren.
Funktionen der Luftsäcke
Die Luftsäcke vergrößern das Atemvolumen, wirken als „Airbag“ für die inneren Organe und übernehmen einen Teil der Wärmeregulierung, da Vögel keine Schweißdrüsen besitzen. Überschüssige Körperwärme wird durch Verdunstung von Wasser in den Luftsäcken über das Atmungssystem abgegeben.
Empfindlichkeit gegenüber Luftschadstoffen
Aufgrund des großen Atemvolumens und der dünnen Blut-Gas-Barriere reagiert der Wellensittich besonders empfindlich auf Schadstoffe, Keime und Duftstoffe in der Luft. Eine dauerhaft saubere, schadstoffarme Umgebungsluft ist daher ein zentraler Faktor für die Gesunderhaltung der Atmung.
