Gefieder des Wellensittichs
Gefieder bezeichnet das gesamte Federkleid des Wellensittichs, das aus verschiedenen Federtypen besteht und für Flugfähigkeit, Wärmeregulierung, Schutz und Kommunikation unverzichtbar ist.
Definition
Das Gefieder ist die Gesamtheit aller Federn, die die Haut des Wellensittichs bedecken. Es besteht im Wesentlichen aus Deck- bzw. Konturfedern, Flaum- bzw. Daunenfedern sowie speziellen Federformen wie Schwung-, Steuer- und Fadenfedern. Jede Feder besitzt einen Schaft mit Federästen, die über winzige Häkchen zu einer geschlossenen, weitgehend luftdichten Fahne verbunden sind und so ein glattes, belastbares Federkleid bilden.
Federtypen beim Wellensittich
Beim Wellensittich unterscheidet man funktionell mehrere Federarten:
- Deck- bzw. Konturfedern bilden die äußere Schicht des Gefieders und prägen das sichtbare Aussehen, schützen vor Verletzungen, Wind und Regen und formen die stromlinienförmige Körperkontur.
- Flaum- bzw. Daunenfedern liegen unsichtbar unter den Deckfedern, sind klein und sehr weich und dienen vorwiegend der Wärmeisolierung.
- Schwungfedern an den Flügeln sind die eigentlichen Flugfedern und sorgen für Auftrieb und Vortrieb.
- Steuer- bzw. Schwanzfedern am Schwanz ermöglichen Steuern und Bremsen im Flug.
- Fadenfedern und Puderdaunen erfüllen Spezialfunktionen, etwa taktile Wahrnehmung.
Funktionen des Gefieders
Das Gefieder übernimmt mehrere lebenswichtige Aufgaben:
- Temperaturregulation: Durch Aufplustern des Gefieders wird Luft zwischen den Federn eingeschlossen, die als isolierende Schicht wirkt und vor Auskühlung schützt.
- Schutz: Die Deckfedern schirmen die Haut vor Kälte, Hitze, Nässe und mechanischen Einwirkungen ab. Regen perlt durch die schuppenartige Überlagerung der Federn einfach ab.
- Flug: Erst die luftdichte Fläche von Schwung- und Steuerfedern zusammen mit dem speziellen Körperbau ermöglicht aktiven Flug.
- Kommunikation und Tarnung: Kopf- und Körpergefieder dienen der optischen Kommunikation mit Artgenossen (z. B. Aufstellen der Kopffedern) und die typische Wellenzeichnung wirkt als Tarnkleid in der Natur.
Kleingefieder und Großgefieder
Das Gefieder wird häufig weiter unterteilt:
- Kleingefieder (Körper- oder Rumpfgefieder) umfasst sämtliche kleinere Federn an Kopf, Hals, Brust, Bauch, Rücken, Beinen und Gesicht. Es dient vorwiegend dem Wärmen und dem allgemeinen Schutz.
- Großgefieder bezeichnet die großen Schwung- und Steuerfedern an Flügeln und Schwanz, die hauptsächlich der Flugsteuerung und Fortbewegung dienen.
Pflege und Erneuerung
Damit das Gefieder seine Funktionen zuverlässig erfüllt, wird es regelmäßig gepflegt und erneuert:
- Über die Bürzeldrüse am Rumpf nimmt der Wellensittich ein ölhaltiges Sekret auf, das er mit Schnabel und Kopf sorgfältig in das Gefieder einarbeitet, um die Federn geschmeidig und wasserabweisend zu halten.
- In regelmäßigen Abständen werden Federn im Zuge der Mauser ersetzt. Erst diese Erneuerung stellt langfristig Flugfähigkeit, Schutz und eine intakte Isolationswirkung sicher.
