Verdauung
Die Verdauung des Wellensittichs ist ein hochspezialisierter Prozess, der auf die Aufnahme und Verwertung überwiegend kornbasierter Pflanzennahrung angepasst und eng mit Stoffwechsel und Wasserhaushalt verknüpft ist.
Aufbau des Verdauungssystems
Die Nahrung gelangt über Schnabel und Speiseröhre zunächst in den Kropf, einen dehnbaren Vorratsspeicher, in dem Körner angefeuchtet und vorgequellt werden. Anschließend passiert sie den Drüsenmagen, in dem Verdauungssekrete zugesetzt werden, und gelangt dann in den kräftigen Muskelmagen, der die Nahrung mechanisch zerkleinert – unterstützt durch aufgenommenen Grit.
Verdauungsablauf und Nährstoffaufnahme
Im Dünndarm werden die aufgeschlossenen Nährstoffe resorbiert und über Blutkreislauf, Leber und übrige Stoffwechselorgane dem Körper zugeführt. Der anschließende Dickdarm dient hauptsächlich der weiteren Wasserregulation. Vor der Ausscheidung wird dem Urin Wasser entzogen, wodurch die Harnsäure dickbreiig bis fest wird.
Ausscheidung und Besonderheiten
Wellensittiche besitzen keine Harnblase: Kot und Urin werden gemeinsam über die Kloake ausgeschieden und erscheinen als Kotbällchen mit einem weißen Anteil aus Harnsäure in der Mitte. Farbe und Konsistenz des Kots hängen von Futter, Wasseraufnahme und Gesundheitszustand ab und sind wichtige Indikatoren für Störungen der Verdauung oder des Stoffwechsels.
