Farbschlag
Definition
Als Farbschlag bezeichnet man bei Wellensittichen die jeweils sichtbare Ausprägung von Gefiederfarbe und -zeichnung, inklusive Sonderformen wie Schecken, Albino/Lutino oder Rainbow. Farbschläge sind damit phänotypische Varianten, die aus bestimmten genetischen Kombinationen der Farbreihen, Farbstufen und Zeichnungsmerkmale resultieren.
Farbreihen und Farbstufen
- Es gibt zwei Farbreihen: Grünreihe (Melanin + Psittacin) und Blaureihe (nur Melanin, ohne gelben Farbstoff Psittacin).
- Beide Farbreihen treten in drei Farbstufen auf: hell, mittel, dunkel, gesteuert durch Dunkelfaktoren (0, 1 oder 2).
- Zur Grünreihe gehören u. a. Hellgrün, Grün, Olivgrün, Graugrün sowie Lutino.
- Zur Blaureihe Hellblau, Blau, Mauve, Violett, Grau, Anthrazit sowie Albino.
Typische Farbschläge
Zu den wichtigsten Farbschlägen zählen u. a.
- Albino/Lutino und Schwarzauge (weiß bzw. gelb ohne Zeichnung, mit roten oder schwarzen Augen)
- Australischer, rezessiver und kontinentaler Schecke (verschieden stark ausgeprägte Scheckung, Nackenfleck, aufgehellte Maske)
- Falbe, Lacewing (Aufhellungen mit charakteristischer Zeichnung und Augenfarbe)
- Rainbow (Kombination aus Hellflügel, Opalin und Gelbgesicht mit Farbverlauf im Gefieder)
Einige Bezeichnungen wie Opalin, Spangle, Hellflügel, Grauflügel, Zimter, Clearbody, Blackface, Blackwing beschreiben keine Grundfarbe, sondern spezifische Zeichnungs- bzw. Gefiedermerkmale, die mit verschiedenen Grundfarben kombiniert auftreten können.
Genetische Grundlagen und Grenzen
Die Ausprägung eines Farbschlags beruht auf:
- Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Farbstoffe (v. a. Melanin, Psittacin).
- Modifizierende Mutationen, die Zeichnung, Farbintensität oder Verteilung der Pigmente verändern.
- Kombination mehrerer Merkmale in einem Individuum (z. B. Opalin + Spangle + Scheckung)
Echte Rottöne kommen beim Wellensittich nach heutigem Kenntnisstand nicht vor, da der dafür nötige Farbstoff genetisch fehlt.
Bestimmung und Komplexität
Die Bestimmung des Farbschlags kann im Einzelfall komplex sein, da mehrere Farbfaktoren und Zeichnungsmerkmale gleichzeitig vorliegen können. Viele Farbschläge entstehen erst durch die Kombination mehrerer Mutationen, sodass eine exakte Zuordnung ohne Fachkenntnis oder Zuchtinformationen schwierig sein kann.
