Gelenkgicht
Definition
Bei der Gelenkgicht kann der Körper Harnsäure nicht mehr ausreichend über die Nieren ausscheiden. Sie sammelt sich im Blut an und lagert sich als feste, helle Ablagerung in der Nähe von Gelenken ab. Besonders häufig betroffen sind Füße und Zehen. Die Ursache ist oft eine Nierenerkrankung; auch zu wenig Flüssigkeit, ungeeignetes Futter oder frühere Belastungen können eine Rolle spielen.
Symptome
Typische Anzeichen einer Gelenkgicht beim Wellensittich sind:
- Weiße bis gelblich wirkende Knötchen an Zehen, Füßen oder anderen Gelenkbereichen
- Geschwollene, gerötete oder dunkel verfärbte Gliedmaßen
- Schmerzen beim Greifen, Klettern und Sitzen
- Entlastung eines Fußes oder deutlich eingeschränkte Beweglichkeit
- Aufbrechende Knoten, aus denen eine weißliche, krümelige Masse austreten kann
Diagnose
Eine vogelkundige Tierarztpraxis untersucht zunächst Füße, Zehen und Gelenke und tastet schmerzhafte oder knotige Stellen vorsichtig ab.
Eine Blutuntersuchung kann zeigen, ob der Harnsäurewert erhöht ist und wie belastet die Nieren sind.
Je nach Befund können zusätzlich Röntgenbilder sinnvoll sein, um Ablagerungen und andere Ursachen für Schwellungen abzuklären.
Therapie
Gelenkgicht lässt sich meist nicht vollständig heilen. Ziel der Behandlung ist, Schmerzen zu lindern, die Harnsäure zu senken und die zugrunde liegende Nierenerkrankung zu behandeln.
Unterstützend helfen:
- Ausreichend Flüssigkeit, bei stark geschwächten Vögeln auch Flüssigkeitsgabe durch die Tierarztpraxis
- Schmerzmittel und weitere Medikamente nach tierärztlicher Verordnung
- Eine angepasste, nicht unnötig eiweißreiche Ernährung
- Gepolsterte, gut erreichbare Sitzflächen und kurze Wege zu Futter und Wasser
- Bei großen störenden Knoten kann die Tierarztpraxis im Einzelfall eine Entfernung oder Entleerung erwägen.
