Räudemilben
Definition
Räudemilben sind winzige Parasiten, die in der Haut eines Wellensittichs leben und dort Eier ablegen. Viele Vögel tragen sie, ohne sichtbar krank zu werden. Erst wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist, etwa durch Stress oder ungeeignete Ernährung, können sie sich stark vermehren.
Typisch ist ein Befall im Gesicht, vor allem an der Haut über dem Schnabel und am Schnabel selbst. Bleibt er unbehandelt, können auch Füße betroffen sein.
Symptome
Ein Räudemilbenbefall zeigt sich häufig durch folgende Veränderungen:
- Raue, weißliche bis gelbliche, schwammig wirkende Beläge an der Haut über dem Schnabel.
- Kleine Löcher und unregelmäßige, wie angefressene Stellen am Schnabel.
- Ungewöhnlich starkes, schiefes oder verformtes Schnabelwachstum bei fortgeschrittenem Befall.
- Veränderungen an Beinen und Füßen in schweren Fällen.
Diagnose
In einem frühen Stadium kann dazu eine kleine Hautprobe unter starker Vergrößerung untersucht werden. Bei deutlich sichtbaren, typischen Belägen am Gesicht und Schnabel ist der Befall oft bereits anhand des Erscheinungsbildes erkennbar.
Wichtig ist außerdem, nach dem Grund für die geschwächte Abwehr zu suchen. Andernfalls kann ein Wellensittich nach erfolgreicher Behandlung erneut Probleme entwickeln.
Therapie
Räudemilben müssen tierärztlich behandelt werden. Die Praxis trägt dafür ein geeignetes Mittel in kleiner Menge auf die Haut im Nacken auf. Die Behandlung wird üblicherweise nach einem festgelegten Abstand wiederholt, damit auch später geschlüpfte Milben erfasst werden.
- Verwende keine Hausmittel, Öle oder Sprays aus dem Zoohandel.
- Diese Mittel wirken häufig nicht zuverlässig gegen Räudemilben und können den Vogel zusätzlich belasten oder schädigen.
- Lass parallel Haltung, Fütterung, Stressfaktoren und mögliche weitere Erkrankungen überprüfen, damit sich die Abwehr des Wellensittichs erholen kann.
