Clickertraining mit Sittichen

Gastbeitrag von Marit, @marit_wellis.und.mehr

Clickertraining

Was ist Clickertraining?

Beim Clickertraining wird ein gewünschtes Verhalten des Wellensittichs durch ein Clickgeräusch bestätigt und mit Leckerlis belohnt.

Es ist somit eine positive Methode, dem Vogel etwas beizubringen und beruht auf dem Prinzip der sogenannten positiven Verstärkung.

Warum Clickertraining?

  • es bringt Spaß – dem Halter und dem Vogel
  • es stärkt die Bindung zum Vogel
  • das Vertrauen des Vogels wächst
  • der Vogel wird in einer zusätzlichen Art ausgelastet und beschäftigt
  • einfacheres Handling beim Setzen in die Transportbox und bei der Medikamentengabe möglich (Medical Training)

Was wird benötigt?

Targetstick selber basteln
Zu empfehlen ist ein Holz-Schaschlikspieß mit einer, an der Spitze selbst befestigten, kleiner Holzperle, da die Targetsticks im Handel häufig sehr groß und bunt sind und den Vögeln Angst machen können.

Wie funktioniert es?

1. Schritt: Clicker konditionieren

Wellensittich mit Hirse und Clicker

Im ersten Schritt, dem Konditionieren des Clickers, lernt der Vogel, das Clickgeräusch mit dem Leckerli zu verknüpfen.

Hierfür bietet man dem Vogel Hirse an und sobald er ein Körnchen frisst, clickt man. Dies muss so zeitgleich wie möglich erfolgen. Das Ganze wird mehrfach wiederholt und auch an den nächsten Tagen weiter gefestigt.

Damit das Clickgeräusch den Vogel nicht erschreckt, sollte man zu Beginn den Clicker etwas weiter entfernt halten und kann ihn, wenn nötig, zusätzlich mit Stoff umwickeln.

Und wenn der Vogel nicht mit der Hand vertraut ist, nimmt man entweder ein längeres Stück Hirse oder befestigt die Hirse am Ende eines dünnen Astes oder Holz-Schaschlikspießes. So bleibt der Abstand zwischen Vogel und Hand größer.

2. Schritt: Targetstick kennenlernen

Wellensittich mit Targetstick

Wenn der Clicker gut konditioniert ist, folgt das Kennenlernen des Targetsticks.

Ziel ist, dass der Vogel die kleine Kugel mit dem Schnabel berührt, wobei dann zeitgleich geclickt wird und es ein Leckerli gibt.

Bei den ersten Versuchen hält man die Kugel nahe an den Schnabel, berührt diesen aber nicht.

Mit der Zeit vergrößert man den Abstand ein wenig, so dass der Vogel einen oder später mehrere Schritte auf die Kugel zu machen muss.

Sollte der Vogel zunächst Angst vor dem Targetstick haben, wird er mit so viel Abstand gezeigt, dass der Vogel bei dessen Anblick entspannt bleibt. Dieses Verhalten wird belohnt.

Mit der Zeit wird der Targetstick langsam immer näher an den Vogel geführt und jeweils belohnt. Dabei dem Vogel auf jeden Fall so viel Zeit lassen wie er braucht.

Generell sollte man für das Training einen Zeitpunkt wählen, an dem der Vogel fit und wach und weder zu satt noch zu hungrig ist.

Weitere Schritte

Hier gibt es viele Möglichkeiten.

Beginnen kann man z.B. damit, dem Vogel das Drehen beizubringen.

Hierfür sitzt der Vogel auf einer Stange, der Targetstick wird langsam unter ihm zunächst zu seinem Rücken geführt und wenn er sich dreht, weiter kreisförmig nach vorne zurück.

Ebenfalls mit dem Targetstick kann man den Vogel auch zu bestimmten Zielen oder über einen Parcour lotsen.

Wellensittich beim Farbentraining
Farbentraining
Wellensittich beim Bildkartentraining
Bildkartentraining

Videos dazu und zu vielen weiteren Trainingsmöglichkeiten seht ihr auf meinem Instagram-Account @marit_wellis.und.mehr – schaut mal vorbei!

Meine Erfahrungen mit Clickertraining

Seit fünf Jahren mache ich mit unseren Wellensittichen Clickertraining.

Alle sechs machen bzw. machten gerne mit, jeder hat dabei verschiedene Vorlieben, welches Training ihm am besten gefällt.

Die kleineren Übungen, wie sich drehen, auf die Hand kommen, mit dem Schnabel an die Nase oder den Finger tippen, machen alle sehr gerne.

Dem Targetstick zu folgen ist besonders bei unseren Jungs beliebt, während die Mädels das Farben- und Bildkartentraining lieben und auch eine kleine Trainingsfolge beherrschen (Dreh dich – Tipp – High Five – Komm).

Unsere Kiesel kann zudem sogar kleine Ringe in ein Schälchen oder unsere Hand bringen. Sie ist immer besonders engagiert beim Training dabei.

Man selbst benötigt schon etwas Geduld für das Training. Die habe ich normalerweise gar nicht und kann euch insofern beruhigen, dass es trotzdem gut klappen kann, wenn es einem Spaß bringt.

Und wenn man mal eine längere Pause einlegen muss, ist dies auch nicht schlimm. Die Vögel vergessen tatsächlich nichts vom Training.

Als Fazit kann ich sagen, dass den Vögeln und mir das Clickertraining total viel Spaß bringt und unsere Beziehung sich dadurch noch mal viel mehr intensiviert hat!

Marit Wellis und mehr

Marit – Wellis und mehr

Gastautorin zum Thema “Clickertraining”


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