Blutverlust beim Wellensittich

Blutverlust
Kurzfassung
Zusammenfassung

Blutverlust beim Wellensittich kann schnell lebensbedrohlich werden, da diese Vögel nur eine geringe Blutmenge besitzen. Ursachen sind meist Verletzungen, aber auch bestimmte Krankheiten können Blutungen auslösen. Bei starker Blutung ist umgehend ein vogelkundiger Tierarzt zu konsultieren, während bei schwachen Blutungen Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen werden sollten.

Kernaussagen
  • Wellensittiche haben nur 4–5 ml Blut.
  • Häufige Ursachen: Krallenabriss, Bisswunden, Schnittverletzungen, Blutkiele.
  • Bestimmte Erkrankungen wie Legenot oder Tumore können Blutverlust verursachen.
  • Blutverlust von mehr als 10 Prozent ist kritisch.
  • Starke Blutungen erfordern sofortige tierärztliche Behandlung.
  • Bei schwachen Blutungen sollte mit blutstillendem Material versorgt werden.
  • Mögliche Ursachen

    Der häufigste Grund hierfür dürften Verletzungen sein:

    • Abrissverletzungen von Krallen oder Zehen
    • Bisswunden
    • Schnittverletzungen
    • Anflugtraumata (z.B. Fensterscheibe)
    • Blutkiele1Nachwachsende und noch blutführende Federn
    Blutkiel in den Kopffedern
    Blutkiel am Kopf
    Krallenabriss
    Abrissverletzung
    Blutkiel
    Blutkiel am Flügel

    Aber auch bei einigen Erkrankungen kann es zu Blutungen aus Körperöffnungen kommen:

    • Eileitererkrankungen
    • Legenot
    • Magengeschwüre
    • Zubildungen2Geschwüre, Tumore usw. an der Kloake

    Problematik

    Nachdem ein Wellensittich je nach Größe nur 4–5 ml Blut besitzt, kann eine starke oder unstillbare Blutung schnell lebensbedrohlich werden.

    Ein gesunder Vogel kann den Verlust von etwa 10 % der Blutmenge problemlos verkraften, das wären allerdings in etwa nur 8–10 Blutstropfen3normale Größe (vgl. Wassertropfen).

    Ein kranker oder geschwächter Wellensittich hingegen kann aber nur einen geringeren Verlust an Blut wieder ausgleichen.

    Eine verzögerte Blutgerinnung wäre ein weiterer Punkt, wie sie z.B. bei Lebererkrankungen vorkommen kann, die zu einem höheren Verlust führen kann.

    Bluttropfen

    Maßnahmen bei Blutverlust

    Starke Blutung

    Der Wellensittich verliert strömend unaufhörlich Blut.

    Unbedingt sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen, der eine fachgerechte Blutstillung durchführt.

    Während des Transports die blutende Stelle mit sanftem Druck komprimieren4z.B. mit Kompresse daraufdrücken.

    Schwache Blutung

    • Wunde mit blutstillendem Material abdecken5z.B. blutstillende Gelantineschwämmchen
    • Wellensittich in seine gewohnte Umgebung zurücksetzen
    • Einstreu entfernen oder mit Tüchern abdecken, bis die Blutung vollständig zum Stillstand gekommen ist, um mögliche Verunreinigungen der Wunde zu vermeiden.
    Schwache Blutung

    Falls die Wunde nach 3 Minuten immer noch blutet oder tropft, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

    Auch wenn der Wellensittich an Folgetagen Anzeichen einer Schonhaltung oder Lahmheit (z.B. nach Krallenschneiden) zeigt, ist ein Tierarztbesuch anzuraten.

    Blutstillende Gelantineschwämmchen

    Blutspuren am Wellensittich

    Den Vogel zuerst möglichst aufregungsfrei unterbringen, um sein Befinden besser beurteilen zu können.

    • Überprüfen, ob die Blutung bereits zum Stillstand gekommen ist.6z.B. mit hellen Tüchern
    • Beurteilen, ob die Hautfarbe7an unpigmentierten Körperstellen so weit möglich rosa oder porzellanweiß ist (⇒ Tierarzt)
    • Ist der Wellensittich „so wie immer“ oder wirkt er „schlapp und schläft nur“ oder ist gar „desorientiert“ (⇒ Tierarzt)?
    Blutung überprüfen

    Quelle:

    Vogelpraxis-Reball
    • 1
      Nachwachsende und noch blutführende Federn
    • 2
      Geschwüre, Tumore usw.
    • 3
      normale Größe (vgl. Wassertropfen)
    • 4
      z.B. mit Kompresse daraufdrücken
    • 5
      z.B. blutstillende Gelantineschwämmchen
    • 6
      z.B. mit hellen Tüchern
    • 7
      an unpigmentierten Körperstellen so weit möglich