Hilfsmittel für die Behandlung

Hilfsmittel für die Behandlung
Kurzfassung
Zusammenfassung

Neben der Wärmebehandlung durch Dunkelstrahler und der schnellen Blutstillung werden notwendige Utensilien für Erste-Hilfe-Boxen, das Einfangen und den Transport des Vogels vorgestellt. Für spezielle Situationen, wie Gehirnerkrankungen, gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen.

Kernaussagen
  • Wärmebestrahlung erfolgt am besten mit Dunkelstrahler, nicht mit Infrarotlampe.
  • Bei Gehirnerkrankungen keine Wärmezufuhr anwenden.
  • Zur Blutstillung eignen sich Eisen-III-Chlorid, spezielle Tupfer oder blutstillendes Puder.
  • Eine Erste-Hilfe-Box ist ratsam.
  • Für das Einfangen und den Transport sind Kescher und eine geeignete Box notwendig.
  • Kein Ersatz für Tierarzt
    Grundsätzlich gilt, dass ein kranker Vogel so schnell wie möglich von einem Tierarzt behandelt werden muss.

    Ein tagelanges Abwarten, ob Besserung eintritt, oder die Behandlung mit „Hausmitteln“, ohne die genaue Ursache zu kennen, kann beim Wellensittich schnell zum Tode führen.

    Es gibt aber einige Maßnahmen, die man kennen sollte und für die man gewisse Hilfsmittel zur Verfügung haben sollte.

    Behandlung durch Wärmebestrahlung

    Grundlagen

    Im Gegensatz zu Säugetieren reagieren Vögel auf krankmachende Keime nicht mit Fieber, sondern mit einer Absenkung der Körpertemperatur, um das Wachstum der Keime zu verlangsamen.

    Wenn die Immunabwehr des Wellensittichs es nicht schafft, die Keime schnell zu vernichten, führt die andauernde Unterkühlung zu großen Problemen. Während man bei Säugetieren in so einem Fall versucht, das Fieber zu senken, muss man kranken Vögeln unbedingt Wärme zuführen.

    Durch die Wärmebestrahlung wird das Immunsystem gestärkt und einer Schwächung des Vogels entgegengewirkt (geringerer Energieverbrauch).

    Wärmelampe mit Dunkelstrahler

    Hierfür sind allerdings übliche Infrarotstrahler nicht geeignet, da diese zum einen nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt sind (Brandgefahr!) und das Rotlicht den Augen des Wellensittichs schadet.

    Somit empfiehlt es sich, einen Dunkelstrahler (50–60 W) sowie einen entsprechenden Reflektor mit Schutzgitter anzuschaffen:

    Wärmelampe

    Gehirnverletzungen
    Bei Gehirnerkrankungen darf keine Wärmebestrahlung erfolgen, da diese den Zustand des Wellensittichs verschlechtern würde.

    Blutungen stillen

    Grundlagen

    Eine akute Blutung beim Wellensittich muss stets schnellstmöglich gestillt werden.

    Nachdem die Gesamtblutmenge beim Wellensittich bereits sehr gering (ca. 3–4 ml) ist, können schon relativ wenige Tropfen Blut schnell lebensbedrohlich werden.

    Hilfsmittel

    Neben dem Ausüben von Druck mit dem Finger auf die Wunde empfiehlt es sich, noch ein Mittel zur Blutstillung (Eisen-III-Chlorid) zu verwenden:

    Eisen-III-Chlorid-Lösung aus der Apotheke (Flasche mit Pipette) Petkin Blutstilltupfer 3.6 ml Blutstillende Gelantineschwämmchen Blutstillendes Puder
    Erste-Hilfe - Blutstillung

    Erste-Hilfe-Box

    In der Regel denkt man an eine Erste-Hilfe-Box für Wellensittiche, wenn es bereits zu spät ist.

    Somit wäre es ratsam, sich eine entsprechende Box rechtzeitig zusammenzustellen.

    Folgende Dinge sollten enthalten sein:

    • Mittel zur Blutstillung (Eisen-III-Chlorid)
    • Hilfsmittel zur Wundversorgung
    • Pinzette, Schere mit stumpfer Spitze und ein Spritzen-Set
    Erste-Hilfe-Kasten

    Genauere Informationen unter Erste-Hilfe-Box für Wellensittiche

    Tierarztbesuch

    Um einen verletzten oder kranken Wellensittich schnellstmöglich zum Tierarzt zu bringen, sind verschiedene Dinge nötig, die man dann nicht erst bestellen oder besorgen kann.

    Einfangen

    Je nachdem, ob man den Wellensittich im Käfig oder im Zimmer einfangen muss, benötigt man verschiedene Dinge:

    Baumwolltuch

    ➔ Genauere Informationen unter Einfangen & Festhalten.

    Transport

    Zudem wird eine geeignete Transportbox benötigt, die ein einfaches Herausholen und Hineinsetzen des Wellensittichs durch den Tierarzt erlaubt.

    Transportbox (30 × 25 × 21 cm)
    Transportbox
    Quellen
  • Doris Quinten: „Ziervogelkrankheiten“ S. 40f.
  • Zusätzliche Informationsquellen: