Krankheiten: Aspergillose

Aspergillose

Allgemein

Aspergillose ist eine Pilzerkrankung, die primär die Atemwege, Luftsäcke und Lunge befallen kann. Auslöser sind vorwiegend Schimmelpilze der Gattung Aspergillus. Die Erkrankung entwickelt sich insbesondere bei geschwächten Vögeln oder nach einer hohen Belastung mit Pilzsporen.

Normalerweise ist sie nicht direkt von Vogel zu Vogel übertragbar.

Symptome

Laut Dr. med. vet. Quinten treten die ersten Symptome bei einer Aspergillose erst nach etwa 5 bis 20 Tagen auf. Insbesondere bei einer chronischen Aspergillose können sich diese aber auch schleichend entwickeln.

  • Bei einem akuten Verlauf treten Atemnot und ein Verlust der Stimme auf. Zudem fressen die Vögel kaum noch etwas und sterben dann innerhalb weniger Tage.
  • Bei einem chronischen Verlauf sind anfangs kaum Symptome wahrzunehmen. Im fortgeschrittenen Stadium atmen diese dann bereits nach kurzem Fliegen schwer und es kommt zu einer schleichenden Abmagerung. Zudem sind die Vögel weniger lebhaft und schlafen viel.

Ursachen

Aspergillus-Sporen kommen in der Umwelt verbreitet vor. Ein gesunder Wellensittich oder auch anderer Vogel kann mit geringen Sporenmengen meist umgehen und diese werden dann vom Organismus abgetötet.

Problematisch wird es, wenn eine hohe Belastung durch Schimmelpilze auftritt und das Immunsystem überfordert wird und nicht alle eliminieren kann.

Weitere Ausnahmen, bei denen der Kontakt mit Schimmelpilzen zu einer Erkrankung führen kann, sind:

  • eine beeinträchtigte körpereigene Abwehr
  • ein vorgeschädigter oder kranker Vogel mit geschwächten Immunsystem

Mögliche Risikofaktoren

  • Verschimmeltes, feucht oder ungeeignet gelagertes Körnerfutter
  • Staubige, verschmutzte oder schimmelige Einstreu und Käfigeinrichtung
  • Mangelhafte Hygiene und unzureichende Belüftung
  • Warm-feuchte Räume mit Schimmelbefall
  • Abmagerung, chronische Erkrankungen und allgemeine Immunschwäche
  • Stress und länger dauernde Belastungen

Begünstigende Faktoren

  • übermäßiger Stress
  • Unter- und Mangelernährung (v.a. Vitamin-A-Mangel)
  • zu trockene Raumluft (Austrocknung der Schleimhäute)
  • Antibiotika-Behandlung
  • Tumore und Krankheiten, die die Immunabwehr schwächen

Diagnose

Eine sichere Diagnose ist nicht allein anhand der Symptome möglich. Atemnot, Abmagerung oder eine veränderte Stimme können auch andere Ursachen haben, etwa bakterielle Erkrankungen, Tumoren oder Erkrankungen der Luftsäcke.

Je nach Befund können nötig sein:

  • Klinische Untersuchung und Gewichtsverlauf
  • Blutuntersuchung, einschließlich Blutbild und Organwerten
  • Röntgenaufnahmen
  • Endoskopie zur direkten Beurteilung der Luftsäcke und möglicher Pilzherde
  • Zytologie, Histologie, Pilzkultur oder PCR aus geeignetem Probenmaterial
Röntgenbild von Aspergillose

Quelle: Diagnosis of Aspergillosis in Pet Birds (Merck Veterinary Manual)

Behandlung bei Aspergillose

Aspergillose gehört in die Behandlung eines vogelkundigen Tierarztes. Eine Selbstbehandlung mit Inhalationsmitteln, ätherischen Ölen, Hausmitteln oder Antipilzmitteln aus der Humanmedizin ist nicht geeignet und kann den Zustand verschlechtern.

Die Behandlung ist schwierig und der Erfolg hängt vom Stadium der Erkrankung sowie dem Allgemeinzustand des Vogels ab:

  • Systemische Antimykotika, beispielsweise Itraconazol, Voriconazol oder Terbinafin
  • Inhalative oder lokal angewendete Antimykotika
  • Sauerstoff, Flüssigkeits- und Ernährungsunterstützung bei schwer erkrankten Vögeln
  • Endoskopische Entfernung oder chirurgische Verkleinerung zugänglicher Pilzgranulome
  • Behandlung von Grunderkrankungen und Korrektur von Haltungs- oder Fütterungsfehlern

Problematisch ist zudem, dass die Medikamente (Antimykotika) bei einer Aspergillose die Leber belasten, womit eine Gratwanderung zwischen einer erfolgreichen Behandlung und einer Schädigung der Leber besteht.

Haltung während der Erkrankung

Der erkrankte Vogel benötigt Ruhe und möglichst stressarme Bedingungen.

Wärme darf nur kontrolliert angeboten werden, da ein Vogel mit ausgeprägter Atemnot nicht überhitzt werden darf.

Wichtig sind:

  • Tägliche Gewichtskontrollen auf einer Grammskala
  • Frisches, hygienisch einwandfreies Futter und Wasser
  • Entfernung feuchter oder verschmutzter Käfigbestandteile
  • Gute Raumlüftung ohne Zugluft
  • Kein Rauchen, keine Duftsprays, keine Räucherstäbchen, keine ätherischen Öle und keine Aerosole in Vogelnähe
  • Die verordnete Medikation exakt nach tierärztlicher Anweisung

Vorbeugung

Eine vollständige Vermeidung von Pilzsporen ist im Alltag nicht möglich, womit man nur die Sporenbelastung niedrig halten und die Widerstandskraft des Wellensittichs unterstützen kann.

  • Körnerfutter kühl, trocken und luftdicht lagern und auf muffigen Geruch, Staub und sichtbaren Schimmel achten.
  • Feuchtes, verdorbenes oder verschimmeltes Futter sofort entsorgen.
  • Staubige Naturmaterialien, schimmelige Äste und organische Einstreu mit Feuchte- oder Schimmelbildung nicht verwenden.
  • Räume regelmäßig lüften und sichtbaren Schimmel im Vogelzimmer fachgerecht beseitigen lassen.
  • Eine ausgewogene Fütterung mit geeigneter Vitamin-A-Versorgung sicherstellen.
  • Nur Luftbefeuchter verwenden, die hygienisch einwandfrei betrieben und vollständig gereinigt werden können. Geräte mit stehendem Wasser oder schlecht gepflegte Filter können selbst zur Keimquelle werden.

Überarbeitet und mit neuen Quellen ergänzt mittels KI.

Häufige Fragen
Was ist Aspergillose beim Wellensittich?
Aspergillose ist eine Infektion mit Schimmelpilzen, die bei Vögeln ein ähnliches Krankheitsbild verursachen. Die Pilzsporen werden eingeatmet und können vor allem die Atemwege schädigen. Bei einem gesunden Immunsystem werden die Sporen normalerweise abgetötet, bei starker Belastung oder geschwächten Vögeln kann jedoch eine schwere Erkrankung entstehen.
Welche Symptome zeigt ein Wellensittich bei akuter Aspergillose?
Beim akuten Verlauf kommt es zu deutlicher Atemnot und der Wellensittich verliert seine Stimme. Viele Vögel fressen dann kaum noch und können innerhalb weniger Tage sterben. Der Verlauf ist in diesen Fällen meist sehr schwer und erfordert eine schnelle tierärztliche Behandlung.
Wie sieht eine chronische Aspergillose aus?
Bei chronischer Aspergillose fallen anfangs kaum Symptome auf. Später atmen die Vögel schon nach kurzem Fliegen schwer, magern langsam ab, wirken weniger lebhaft und schlafen viel. Die Erkrankung entwickelt sich also eher schleichend und wird oft erst spät bemerkt.
Welche Ursachen hat Aspergillose beim Wellensittich?
Normalerweise tötet das Immunsystem eines gesunden Vogels Schimmelpilze ab. Gefährlich wird es, wenn der Vogel mit sehr vielen Pilzen in Kontakt kommt oder bereits krank bzw. immungeschwächt ist. Dann kann der Organismus die Sporen nicht mehr ausreichend abwehren und es entsteht eine Aspergillose.
Woher kommen die vielen Schimmelpilze, die Wellensittiche krank machen?
Größere Pilzmengen finden sich zum Beispiel in feucht gelagertem oder verdorbenem Körnerfutter. Auch feuchte Wände, verschmutzte Käfige und Einstreu aus natürlichen Materialien wie Erde oder Torf können stark mit Schimmel belastet sein. Solche Bedingungen erhöhen das Risiko, dass ein Vogel eine Aspergillose entwickelt.
Welche Faktoren begünstigen Aspergillose zusätzlich?
Begünstigend wirken vor allem übermäßiger Stress, Mangelernährung – besonders Vitamin-A-Mangel – und Unterernährung. Auch zu trockene Raumluft mit Austrocknung der Schleimhäute, fehlende UV-B-Strahlung (keine Bird Lamp), Antibiotikabehandlungen sowie Tumore oder andere immunschwächende Krankheiten erhöhen das Risiko.
Wie wird Aspergillose beim Wellensittich behandelt?
Die Therapie ist schwierig und hängt stark vom Krankheitsstadium und vom Allgemeinzustand des Vogels ab. Eingesetzt werden Antimykotika, die jedoch die Leber belasten können. Daher ist die Behandlung immer ein Kompromiss zwischen wirksamer Pilzbekämpfung und dem Risiko einer Leberschädigung.
Wie kann man Aspergillose beim Wellensittich vorbeugen?
Wichtig ist ein hochwertiger Luftbefeuchter mit Filter oder Keimabtötung, etwa per UV-C, damit keine Keime und Pilze in die Luft gelangen. Zusätzlich sollte man eine hochwertige Futtermischung verwenden und das Futter immer trocken und sachgerecht lagern. So reduziert man die Schimmelbelastung in der Vogelumgebung deutlich.
Quellen
Weitere Informationen
Aspergillose (Kleintierpraxis in Burgdorf) Aspergillose (Birds Online) Aspergillose (Sittiche.de)

Übersicht der Krankheiten

Thorsten Hoeppner vom 29.02.2024
Aktualisiert: 09.08.2026