Kurzfassung
Rhinitis, auch Schnupfen genannt, ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Typische Symptome sind Nasenausfluss, Atembeschwerden und häufiges Niesen. Die Erkrankung entsteht meist durch Infektionen, begünstigt von trockener Raumluft, besonders im Winter. Diagnostiziert wird sie per Nasenabstrich. Die Behandlung umfasst Antibiotika, Immunstärkung und unterstützende Maßnahmen wie Reinigung der Nasenöffnungen.
Allgemein
„Schnupfen“ bezeichnet beim Wellensittich keine eigenständige Diagnose, sondern eine Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis).
Nasenausfluss, verstopfte Nasenöffnungen oder Niesen können unterschiedliche Ursachen haben. Da Erkrankungen der Atemwege bei Vögeln rasch schwerwiegend werden können, sollte ein betroffener Wellensittich zeitnah von einer vogelkundigen Tierarztpraxis untersucht werden.
Die Nasenöffnungen liegen beim Wellensittich in der Wachshaut über dem Schnabel. Sie führen über die Nasenhöhle in den Rachen. Veränderungen in diesem Bereich können die Atmung, die Futteraufnahme und das Allgemeinbefinden beeinträchtigen.
Symptome
- Klarer, schleimig trüber, gelblicher oder krustiger Ausfluss aus einer oder beiden Nasenöffnungen in Wachshaut.
- Verklebte Federn rund um Wachshaut und Schnabel
- Rötung, Schwellung oder sichtbare Verengung der Nasenöffnungen
- Häufiges Niesen oder Reiben des Schnabels an Sitzstangen und Einrichtungsgegenständen
- Schwellungen im Bereich unter oder neben den Augen
- Stimmveränderungen, verminderte Aktivität, weniger Futteraufnahme oder Gewichtsverlust
- Atembeschwerden durch Entzündung und Anschwellen der Nasenschleimhaut
Ursachen
Dieser tritt meist im Winter auf und ist häufig auf eine zu trockene Raumluft zurückzuführen, welche die Schleimhäute austrocknen lässt und für Krankheitserreger empfänglich macht.
Mögliche Ursachen:
- Infektion mit Viren oder Bakterien
- Pilzbedingte Entzündungen
- Reizstoffe wie Rauch, Duftsprays, ätherische ÖleÄtherische Öle sind leicht flüchtige Stoffgemische, die zwar fettlöslich sind, aber selber keine Fette enthalten. Pflanzen mit einem höherem Gehalt nur selten und in geringen Mengen verfüttern., Reinigungsdämpfe, Staub oder schlechte Raumluft
- Fremdkörper, Futterreste oder angetrocknetes Sekret in den Nasenöffnungen
- Verletzungen und Veränderungen des Schnabel- oder Nasengewebes
- Chronische Entzündungen der Nasenhöhle oder Nasennebenhöhlen
- Ernährungsbedingte Schleimhautveränderungen, insbesondere bei langfristig stark körnerlastiger, vitamin-A-armer Fütterung
- Raumforderungen oder andere strukturelle Erkrankungen
Diagnose
Die Diagnose sollte durch einen vogelkundigen Tierarzt erfolgen.
- Untersuchung von Wachshaut, Nasenöffnungen, Schnabel und Augenregion
- Beurteilung von Ausfluss, Schwellungen, Krusten und Verklebungen
- Nasenspülung durch den Tierarzt, die sowohl diagnostisch als auch therapeutisch sein kann
- Mikroskopische sowie bakteriologische und mykologische Untersuchung
- Röntgenaufnahmen oder weiterführende Bildgebung bei Verdacht auf Nebenhöhlenbeteiligung, Fremdkörper …
- Bei weiteren Atemwegszeichen gegebenenfalls Untersuchung von Luftröhre, Luftsäcken und Lunge
Behandlung bei Schnupfen
Die Behandlung richtet sich immer nach Ursache, Schweregrad und Untersuchungsergebnis.
Antibiotika sind nur bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Erkrankung und möglichst nach Erregernachweis sinnvoll.
Bei Pilzinfektionen, Fremdkörpern, festen Ablagerungen, Verletzungen oder ernährungsbedingten Problemen ist ein anderer Therapieansatz erforderlich.
Mögliche tierärztliche Maßnahmen:
- Fachgerechte Reinigung und Spülung der Nasenhöhle
- Entfernung von Krusten, Fremdmaterial oder Ablagerungen
- Gezielte Medikamentengabe
- Behandlung einer begleitenden Sinusitis
- Unterstützende Versorgung bei Atemnot, etwa Wärme, Sauerstoff und stressarme Unterbringung
- Korrektur von Haltungs- und Fütterungsfehlern
Nasenöffnungen sollten zu Hause nicht gespült oder mit Wattestäbchen freigekratzt werden, da sonst z. B. Sekret oder Flüssigkeit eingeatmet werden können. Äußerlich anhaftende Verschmutzungen dürfen allenfalls vorsichtig mit einem mit steriler Kochsalzlösung angefeuchteten weichen Material gelöst werden – ohne Druck auf die Nasenöffnungen.
Vorbeugung
Nicht jede Rhinitis lässt sich verhindern, aber das Risiko für reizbedingte oder sekundäre Atemwegsprobleme lässt sich senken:
- Rauch- und duftstofffreie Vogelhaltung
- Artgerechte, abwechslungsreiche Ernährung statt einer dauerhaften reinen Körnerfütterung
- Frühzeitige Untersuchung bei Niesen, Nasenausfluss oder Veränderungen an der Wachshaut
Als wirksame Vorbeugungsmaßnahme sollte ein elektrischer Luftbefeuchter in Betracht gezogen werden, um eine zu trockene Raumluft zu vermeiden.
Überarbeitet und mit neuen Quellen ergänzt mittels KI.

