Krankheiten: Schwermetallvergiftung

Röntgenbild einer Schwermetallvergiftung

Zu den häufigsten Schwermetallvergiftungen zählen bei Sittichen die Blei- und die Zinkvergiftung.

Kurzfassung
Zusammenfassung

Schwermetallvergiftungen, insbesondere durch Blei und Zink, treten bei Sittichen durch das Knabbern an entsprechenden Gegenständen auf. Symptome variieren mit dem Vergiftungsgrad und reichen von Verdauungsstörungen bis zu zentralnervösen Ausfällen. Die Diagnose erfolgt per Röntgen oder Blutuntersuchung. Die Behandlung umfasst die Gabe von Chelatbildnern und unterstützenden Maßnahmen. Späte Stadien können irreversibel sein.

Kernaussagen
  • Blei- und Zinkquellen sind Haushaltsgegenstände wie Gardinenbänder, Lampen und Käfiggitter.
  • Akuter Verlauf zeigt stärkere Symptome als chronische Vergiftung.
  • Therapie erfordert stationäre Behandlung mit Medikamenten und Intensivpflege.
  • Im fortgeschrittenen Stadium können Organschäden tödlich enden.
  • Symptome

    Nach etwa 1–3 Tagen kommt es bei einer Bleivergiftung zu einer schweren Entzündung des Magen-Darmtraktes, die anfangs einen grünlichen und später einen himbeerroten Durchfall zur Folge hat.

    Des Weiteren zeigen die Vögel zentralnervöse Störungen, wie Krämpfe, Lähmungen und Erblinden.

    Die Symptome einer Zinkvergiftung sind ähnlich, aber nicht so stark ausgeprägt.

    Bei einer chronischen Schwermetallvergiftung sind die Symptome allerdings insgesamt weniger ausgeprägt.

    Ursachen

    Die Ursache einer Schwermetallvergiftung ist die orale Aufnahme1über den Schnabel von Partikeln beim Knabbern an blei- oder zinkhaltigen Gegenständen.

    • Blei: Gardinenbänder, Tiffanylampen, Bleifarbe, Schmuck, …..
    • Zink: Käfiggitter, Maschendraht, verzinkte Gegenstände, …..

    Diagnose

    Bei einer akuten Vergiftung sind die röntgendichten Schwermetallpartikel als Schatten auf der Aufnahme erkennbar.

    Bei einer chronischen Schwermetallvergiftung kann es allerdings auch zu einem negativen Röntgenbefund kommen, womit ein Nachweis mittels einer Blutuntersuchung notwendig wird.

    Therapie

    Hierfür ist eine stationäre Behandlung notwendig, bei der täglich schwermetallbindende Medikamente (Chelatbildner) verabreicht werden müssen.

    Hinzu kommen noch eine Intensivbehandlung, wie z.B. Infusionen zum Spülen der Nieren und die Verabreichung eines Vitamin-B-Komplexes.

    In einem fortgeschrittenen Stadium ist es aber aufgrund der irreversiblen Organschäden nicht mehr möglich, den Vogel zu retten.

    Quellen
  • Doris Quinten: „Ziervogelkrankheiten“, S. 109
  • V. Kostka & M. Bürkle: „Basisversorgung von Vogelpatienten“, S. 99
  • Weitere Informationsquellen:

    • 1
      über den Schnabel