Kurzfassung
Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, die häufig in Verbindung mit einer Rhinitis auftritt. Symptome sind Schwellungen im Nasenbereich, teils zugeschwollene Augen und Niesen. Die Ursachen reichen von Schleimhautentzündungen bis zu Infektionen nach Verletzungen. Therapieformen umfassen das Absaugen von Sekret, Antibiotika und unterstützende Maßnahmen wie Wärme und Vitamingaben.
Allgemein
Eine Sinusitis ist eine Entzündung der Nasennebenhöhlen. Beim Wellensittich ist besonders die unterhalb und hinter dem Auge gelegene Nasennebenhöhle betroffen. Die Erkrankung ist schmerzhaft und kann sich ohne fachgerechte Behandlung verschlimmern oder chronisch werden.
Eine Schwellung in der Augen- und Nasenregion ist daher immer ein Grund, den Vogel zeitnah bei einer vogelkundigen Tierarztpraxis vorzustellen.
Symptome
Diese können ein- oder beidseitig auftreten und nicht alle Anzeichen treten bei jedem betroffenen Vogel auf.
- Schwellung neben, hinter oder unterhalb der Nasenöffnung, die sich bis zu den Augen ausdehnen kann.
- Verklebte, gerötete, geschwollene oder teilweise zugeschwollene Augen infolge einer begleitenden Bindehautentzündung
- Nasenausfluss, verstopfte Nasenlöcher oder angetrocknetes Sekret am Schnabel
- Reiben des Kopfes an den Käfigstangen, Kopfschütteln und Niesen
- Erschwerte Atmung, Atemgeräusche oder Atmen mit geöffnetem Schnabel
Ursachen
Eine Sinusitis ist keine eigenständige Diagnose, sondern ein Krankheitsbild mit verschiedenen möglichen Auslösern.
Häufig geht ihr eine Entzündung der Nasenschleimhaut voraus, die auf die Nasennebenhöhlen übergreift.
Mögliche Ursachen und begünstigende Faktoren:
- Bakterielle Infektionen
- Reizungen und Vorschädigungen der Atemwege
- Verletzungen im Bereich von Nase, Schnabel oder Gesicht
- Ungünstige Haltungsbedingungen, Stress oder eine unausgewogene Ernährung als Faktoren, die die Abwehr schwächen können
- Langfristige Fehlernährung, insbesondere ein Vitamin-A-Mangel, der die Schleimhäute beeinträchtigen kann
Bei Atemwegs- und Augensymptomen muss außerdem an andere Erkrankungen gedacht werden. Dazu gehört insbesondere eine Infektion mit Chlamydia psittaci; Wellensittiche zählen zu den empfänglichen Vogelarten.
Diagnose
Die Diagnose sollte nicht allein anhand der sichtbaren Schwellung gestellt werden. Entscheidend ist, den Auslöser zu finden und andere Erkrankungen abzugrenzen.
Je nach Befund können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Allgemeinuntersuchung einschließlich Beurteilung von Atmung, Augen, Nasenlöchern und Körpergewicht
- Mikroskopische und bakteriologische Untersuchung von Sekret, Abstrichen oder Spülproben
- Kultur mit Resistenztest, damit ein gegebenenfalls erforderliches Antibiotikum gezielt ausgewählt werden kann
- Bei Verdacht auf Psittakose: geeignete PCR-Untersuchungen, beispielsweise aus kombiniertem Bindehaut-, Choanen- und Kloakenabstrich
- Bildgebende Diagnostik wie Röntgen und bei Bedarf weiterführende Untersuchungen
Behandlung von Sinusitis
Die Therapie richtet sich nach Ursache, Schweregrad und Untersuchungsergebnis.
- Absaugen mit einer Kanüle oder vorsichtige Spülung von dünnflüssigem Sekret
- Chirurgische Entfernung von zähem oder eingedicktem Material
- Lokale Spülung oder direktes Verabreichen von Antibiotika
- Behandlung einer begleitenden Augenentzündung oder weiterer Grunderkrankungen
- Unterstützende Versorgung bei geschwächten Vögeln, etwa durch Wärme (Dunkelstrahler), Flüssigkeit und kontrollierte Nahrungsaufnahme
- Bei einer chronischen Vitamin-A-Unterversorgung kann die Verabreichung von Vitamin-A-Präparaten oder Injektionen nötig werden
Keine Sekretpfropfen selbst herausziehen, keine Kanülen verwenden und keine Nasennebenhöhlen spülen. Auch ätherische ÖleÄtherische Öle sind leicht flüchtige Stoffgemische, die zwar fettlöslich sind, aber selber keine Fette enthalten. Pflanzen mit einem höherem Gehalt nur selten und in geringen Mengen verfüttern., Duftlampen und Kamillendampfbäder sind ungeeignet: Sie können die empfindlichen Atemwege zusätzlich reizen und stellen keinen Ersatz für die Ursachenbehandlung dar.
Vorbeugung
Eine vollständige Vorbeugung ist nicht immer möglich. Gute Haltungsbedingungen senken jedoch das Risiko für Atemwegsprobleme und unterstützen die Schleimhautgesundheit.
- Staubarme, rauch- und duftstofffreie Raumluft sicherstellen
- Eine abwechslungsreiche, bedarfsgerechte Ernährung anbieten. Geeignetes Frischfutter (v.a. Löwenzahn, Karotte …) kann zur Versorgung mit Provitamin ABei Beta-Karotin handelt es sich um das Provitamin A, also die Vorstufe vom Vitamin A. beitragen.
- Bei Niesen, Nasenausfluss, Augenproblemen oder Schwellungen frühzeitig eine vogelkundige Praxis aufsuchen
Überarbeitet und mit neuen Quellen ergänzt mittels KI.
Sie tritt oft zusammen mit einer Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis) auf.
Durch die Entzündung sammelt sich Sekret in den Nebenhöhlen, was zu Schwellungen und Atemproblemen führen kann.
Sie sollen den Mangel rasch ausgleichen und die Schleimhautfunktion verbessern. Ob und wie oft gespritzt wird, entscheidet der Tierarzt; genaue Schemata sind im Artikel nicht genannt und bleiben unklar.
Kamillendampfbäder helfen, Sekret zu lösen und wirken beruhigend auf die Schleimhäute.
Diese Maßnahmen ersetzen keine tierärztliche Behandlung, sondern unterstützen sie nur.
