Leider wird aktuell auf Facebook und Instagram die Forsythie als Futterpflanze und zum Schreddern angepriesen, daher diese Warnung und Richtigstellung.
Allgemein
Die Forsythie wird nur als gering giftig eingestuft und sollte für erwachsene Menschen in der Regel unbedenklich sein.
Aber bereits bei Kindern kann schon der Verzehr einer entsprechenden Menge zu leichten Vergiftungserscheinungen führen, wie Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall.
Diese ist somit zwar nicht tödlich, aber definitiv gesundheitsschädlich.
Wellensittiche und andere Ziervögel sind allerdings deutlich leichter als ein Kind, womit die Dosis der problematischen Stoffe (Toxin pro kg Körpergewicht) bei diesen um ein Vielfaches höher liegt.
Rechenbeispiel:
Wenn also ein Wellensittich mit 40g eine Blüte der Forsythie frisst, müsste ein Kind mit 30kg für die gleiche Dosis an Toxinen 750 Blüten verzehren.
Futterpflanze?
In der freien Natur wird die Forsythie nicht nur von Bienen, Hummeln und anderen Insekten gemieden, sondern auch von den Wildvögeln.
Im Hinblick auf Wellensittiche und andere Ziervögel gibt es zudem keinerlei Erwähnung als geeignete Futterpflanze in der gängigen Fachliteratur zu Vogelfutterpflanzen.
Wenn es also nicht die fragwürdigen Empfehlungen in den sozialen Medien gäbe, gäbe es auch keinen vernünftigen Grund, sich überhaupt mit dieser Pflanze zu beschäftigen.
Inhaltsstoffe der Forsythie
Grundsätzlich sind die problematischen Stoffe in allen Teilen der Forsythie und somit ist die ganze Pflanze leicht giftig.
Dabei befinden sich in Blättern, Früchten und Samen primär Saponine und Glykoside und in den gelben Blüten sind es hauptsächlich Glykoside und ätherische Öle.
Saponine
Besonders problematisch sind die Saponine in der Forsythie, weshalb in diesem Abschnitt noch einmal näher darauf eingegangen werden soll.
Natürlich gibt es auch Futterpflanzen, wie Gänseblümchen, Ringelblume, Goldrute und Vogelmiere, die auch Saponine enthalten. Allerdings ist der Saponingehalt in diesen Pflanzen so gering, dass er gesundheitlich nicht relevant ist.
Anders schaut das aber bei Pflanzen wie der Forsythie und dem Flieder aus, bei denen der Saponingehalt so hoch ist, dass beim Verzehr entsprechender Mengen leichte Vergiftungssymptome auftreten können.
Bei anderen Pflanzen, wie zum Beispiel der Rosskastanie, ist der Gehalt sogar so hoch, dass diese als giftig eingestuft werden.
Erklärung zu Saponinen
Fazit
Die Forsythie gilt zwar nur als leicht giftig und ist somit für Menschen nicht tödlich, als Futterpflanze für Vögel ist sie aber trotzdem absolut ungeeignet.
Auch wenn diese meist nicht tödlich für Wellensittiche sein mag, ist sie aber definitiv nicht gesund und kann im Übermaß sogar die Magenschleimhaut schädigen.
Nachdem ausreichend unbedenkliche Sträucher und Pflanzen zur Verfügung stehen, gibt es keinen vernünftigen Grund, eine (potenziell) gesundheitsschädliche Pflanze Wellensittichen und anderen Ziervögeln anzubieten.