Problematik
Während die Futternäpfe relativ unkritisch sind, schaut das bei den Wassernäpfen ganz anders aus, obwohl diese „nur“ Wasser enthalten.
Besonders problematisch sind fast geschlossene Gefäße (Wasserspender!), in denen sich die Bakterien bereits innerhalb von wenigen Stunden millionenfach vermehren können. Somit ist dringend von der Verwendung dieser abzuraten.
Aber auch in geeigneten offenen Wassernäpfen kann sich oft schon nach einem Tag ein Bakterienfilm am Boden bilden. Man kann diesen als schleimigen und schmierigen Belag (Biofilm) in Näpfen fühlen, die nicht täglich gereinigt werden. Daran ändert auch ein täglicher Wasserwechsel nichts.
Zudem können sich auch Bakterien in den Poren einer Kalkschicht (Kalkränder) festsetzen, womit auch diese regelmäßig entfernt werden müssen.
Ein weiteres Problem stellen mikroskopisch kleine Geißeltierchen, die sogenannten Trichomonaden, dar. Diese können mit einer „einfachen“ Reinigung nicht entfernt werden. Man kann diese nur austrocknen (24–48 h) oder mit kochendem (!) Wasser abtöten.
Wasserkeime bzw. Geißeltierchen darf man keinesfalls unterschätzen, da diese zum Teil auch schwere Erkrankungen verursachen, die mitunter sogar zum Tod führen können.
Trink- bzw. Wassernäpfe
Bevor man sich überhaupt Gedanken über die Reinigung dieser machen muss, ist es erst einmal wichtig, auf das richtige Material und eine ausreichende Anzahl an Ersatznäpfen zu achten.
Material
Gemäß den Ergebnissen von Studien verhindern bzw. verzögern am besten Näpfe aus Edelstahl und Glas die Bildung eines Bakterienfilmes. Am wenigsten eignen sich diesbezüglich Gefäße aus Plastik oder Keramik.
Anzahl
Nachdem die Wassernäpfe unabhängig von einer Reinigung täglich ausgewechselt werden müssen (Trichomonaden!), benötigt man pro Wassernapf im Käfig je 1–2 Ersatznäpfe.
Reinigung
Täglich
Die Wassernäpfe müssen täglich ausgetauscht und mit frischem Wasser befüllt werden.
Der vorherige bzw. ausgetauschte Wassernapf muss vor der nächsten Verwendung natürlich gereinigt werden:
- Mechanische Reinigung mit Wasser und einer Bürste.
- Sorgfältig ausspülen, um den gelösten Bakterienfilm, Kalkteilchen und andere Verunreinigungen zu entfernen.
- Napf 24–48 Stunden trocknen lassen, um Geißeltierchen abzutöten.
- Der Biofilm am Boden schützt die Bakterien teilweise sogar vor Desinfektionsmitteln.
- Eine effektive Verminderung von Bakterien benötigt eine Wassertemperatur von mindestens 70°C.
- Kalkpartikel bleiben am Boden haften.
- Geißeltierchen überleben und können sich vermehren.
Regelmäßig
Kalkränder
Je nach lokaler Wasserhärte bilden sich mehr oder weniger schnell Kalkränder in den Wassernäpfen.
Nachdem sich in den Poren der Kalkschicht Bakterien und Keime ansiedeln können, sollte man diese regelmäßig entfernen.
Am besten entkalkt man hierzu alle Trink- und Ersatznäpfe nacheinander:
- Essig in den ersten Napf füllen.
- 5–10 min abwarten, bis sich der Kalk aufgelöst hat.
- Essig in den nächsten Napf gießen.
- Entkalkten Napf gut ausspülen.
- Vorgang bei allen restlichen Näpfen wiederholen.
Sterilisieren
Edelstahl- und Glasnäpfe kann man zudem leicht sterilisieren, um alle eventuell vorhandenen Bakterien und Keime zuverlässig abzutöten.
Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- ca. 10 min bei 100°C im Backofen
- Mit kochendem Wasser füllen und ca. 10 min abwarten vor dem Ausgießen.
- 1Napf keinesfalls dabei in der Hand halten!
