Kurzfassung
Der Artikel beschreibt die grundlegende Anatomie des Wellensittichs mit Fokus auf Bewegungsapparat, Gefieder und Körperdecke. Besondere Merkmale sind die leichten, pneumatisierten Knochen und die spezialisierte Muskulatur, welche das Fliegen ermöglichen. Weitere Themen sind der Aufbau von Federn, Wärmeregulierung, Anatomie von Schnabel, Ständern und Krallen sowie deren Funktionen.
Anatomie des Bewegungsapparates
Der gesamte Bewegungsapparat1Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen von Wellensittichen ist auf das Fliegen ausgerichtet.
Neben dem Körperbau mit möglichst geringem Luftwiderstand, liegt das weitere Hauptaugenmerk auf der Reduktion des Körpergewichts, um dem Vogel das Fliegen zu ermöglichen.
Knochen
Der größte Unterschied zu anderen Tieren dürften die pneumatisierten Knochen sein, die das Körpergewicht des Wellensittichs deutlich reduzieren.
Die Knochen sind aber nicht nur hohl, sondern beim Atmen gelangt tatsächlich Luft in diese „pneumatisierten“ Knochen.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Sprödigkeit der Knochen, die auf die relativ hohe Menge an eingelagerten, anorganischen Stoffen, wie z. B. Kalziumkarbonat, zurückzuführen ist.
Auch dies dient wiederum der Gewichtsreduktion, erhöht aber gleichzeitig die Gefahr von Frakturen.
Muskeln
Die Muskulatur enthält im Vergleich zum Säugetier weniger Fett und ist zudem dichter und fester.
Die größten MuskelnMusculus supracoracoideus und Musculus pectoralis eines Wellensittichs sind für das Fliegen zuständig und bilden zusammen die Brustmuskulatur, die fast 60% der Gesamtmuskelmasse ausmacht.
Weitere wichtige Muskeln des Bewegungsapparates2Musculus iliotibialis befinden sich in den Hintergliedmaßen, also den Ständern.
Gefieder des Wellensittichs
Aufbau und Struktur
Die wichtigsten Federtypen sind Flaumfedern, Deckfedern und Fadenfedern.
Trotz der unterschiedlichen Aufgaben weisen diese alle einen weitgehend einheitlichen Bauplan auf. Vom Federschaft gehen auf beiden Seiten die Federäste ab, die bei den Deckfedern noch durch die Haken- und Bogenfahnen verwoben sind.
Diese Verflechtung stabilisiert nicht nur die Feder (Fahne), sondern sorgt auch für eine weitgehend luftdichte Oberfläche, die erst den benötigten Auftrieb beim Fliegen ermöglicht.
Wärmeregulierung
Das Gefieder übernimmt auch einen Teil der Temperaturregulierung.

Indem sich die Vögel aufplustern, wird zwischen den Federn Luft eingeschlossen, die dann als Thermoisolierung dient.
Überschüssige Körperwärme wird hingegen mittels der Luftsäcke abgegeben.
Körperdecke des Wellensittichs
Die obere Körperdecke des Vogels wird durch die Haut gebildet, die aus mehreren Schichten, der Oberhaut, der Lederhaut und der Unterhaut, besteht.
Dabei stellen Schnabel und Krallen eine besondere Ausprägung der Epidermis (Oberhaut) dar.
Schnabel
Der eigentliche Schnabel besteht aus dem harten Schnabelhorn und ist mit dem knöchernen Gerüst desselben verbunden.
Wie auch die Fingernägel beim Menschen wächst das harte Schnabelhorn kontinuierlich nach und somit ist der obere Teil auch durchblutet.
Die Wachshaut hingegen besteht aus dem weichen Schnabelhorn, das allerdings bei einer Hyperkeratose auch verhärten kann.
Ständer
Als Ständer werden die Füße, also der sichtbare Teil der Beine beim Wellensittich, bezeichnet.
Krallen
Diese bestehen aus dem harten Krallenhorn und liegen auf dem knöchernen Krallenbein auf.
Genauso wie der Schnabel wachsen diese kontinuierlich und müssen bei fehlender Abnutzung regelmäßig gekürzt werden.
Ballen
Der Sohlenballen ist die Fußfläche, die beim Umgreifen der Sitzäste besonders belastet wird. Dabei passen sich die Zehenballen jeweils an die entsprechende Sitzunterlage an.
Insbesondere bei ungeeigneten Sitzstangen (Hartholz, Plastik usw.) besteht durch die Belastung immer der gleichen Stellen der Fußfläche, die Gefahr der Bildung von Sohlenballengeschwüren.
- 1Knochen, Gelenke, Muskeln und Sehnen
- 2Musculus iliotibialis







