Vererbung – Teil 1

Gastbeitrag von Sittichzucht Mandy Thiele, @sittichzucht_thiele

Vererbung - Teil 1

Im Teil 1 der „Grundlagen der Vererbung“ ein bisschen Hintergrundwissen und eine Erklärung der wichtigsten Begriffe. 

Kurzfassung
Zusammenfassung

Der Artikel führt in die Grundlagen der Vererbung ein und stellt die wichtigsten Fachbegriffe vor. Er erklärt die geschichtlichen Hintergründe, benennt Gregor Mendel als Entdecker der Mendelschen Regeln und beschreibt, welche Regeln zur Weitergabe von Merkmalen aufgestellt wurden. Zudem werden Begriffe wie Chromosom, Genotyp, Allele, dominant und rezessiv klar definiert.

Kernaussagen
  • Gregor Mendel formulierte drei grundlegende Vererbungsregeln.
  • Er führte Kreuzungen an Erbsenpflanzen durch und wertete die Ergebnisse statistisch aus.
  • Die Mendelschen Regeln gelten nur bei diploiden Zellen und nicht bei Merkmalen mit mehreren Genen.
  • Mendels Erkenntnisse wurden erst lange nach seinen Versuchen anerkannt.
  • Wichtige Begriffe der Vererbungslehre werden knapp erklärt.
  • Geschichte

    Entdecker der Vererbungsgesetze war Gregor Johann Mendel120.07.1822 bis 6.01.1884, auf den auch die sogenannten „Mendelschen Regeln“ zurückgehen.

    Mendel führte im Klostergarten über viele Jahre hinweg Kreuzungen verschiedener Erbsenpflanzen durch, die unterschiedliche äußere Merkmale hatten.

    Gregor Mendel

    Seine Ergebnisse wertete er statistisch aus und leitete davon seine drei Regeln ab.

    Lange Zeit wurden seine Ergebnisse nicht verstanden. Erst 1900 entdeckten Wissenschaftler, die übereinstimmende Resultate erzielt hatten, seine Ergebnisse wieder.

    Begriffe

    In der Vererbungslehre werden verschiedene Begriffe verwendet, die ich hier kurz erklären möchte:

    • Chromosom: Chromosomen sind die Träger der Erbinformationen eines Organismus. Sie liegen im Zellkern einer jeden Zelle.
    • Diploid: Zellen mit doppeltem Chromosomensatz (z.B. Zellen der Haut oder Haare) werden als diploide Zellen bezeichnet.
    • Haploid: Zellen mit einfachem Chromosomensatz (z.B. Keimzellen) werden als haploide Zellen bezeichnet.
    • Genotyp: Der Genotyp beschreibt die Kombination aus zwei Erbanlagen, die ein bestimmtes Merkmal hervorbringen. Den Genotypen sieht man einem Lebewesen nicht an.
    • Dominant: Setzt sich bei heterozygoten Genotypen eine Erbanlage im Phänotypen durch, wird sie als dominant bezeichnet. Dominante Allele werden im Genotypen stets mit einem Großbuchstaben bezeichnet.
    • Rezessiv: Allele, die im Phänotypen von der dominanten Erbanlage „unterdrückt“ werden, bezeichnet man als rezessiv. Rezessive Allele sind nur erkennbar, wenn sie homozygot vorliegen. Im Genotypen werden sie als Kleinbuchstabe dargestellt.
    • Parentalgeneration: Als Parentalgeneration (auch mit P abgekürzt) wird die Elterngeneration bezeichnet.
    • Filialgeneration: Als Filialgenerationen werden alle weiteren Generationen bezeichnet. Die erste Filialgeneration wird mit F1 abgekürzt, die zweite mit F2 und so weiter.
    • Phänotyp: Der Phänotyp beschreibt das Aussehen eines Lebewesens – also die äußerliche Ausprägung der Erbanlagen.
    • Gene: Die Kombination von zwei Allelen, die für die Merkmalsausprägung zuständig sind.
    • Allele: Allele sind die Erbanlagen für Merkmale.
    • Homozygot: Stimmen beide Erbanlagen (Allele) eines Merkmals überein, wird der Genotyp als homozygot bezeichnet (= reinerbig).
    • Heterozygot: Stimmen die Allele eines Merkmals nicht überein, spricht man von heterozygot (= mischerbig).

    Grundlagen

    Die Mendelschen Regeln beschreiben die Weitergabe (Vererbung) von Merkmalen von Lebewesen an deren Nachkommen.

    Es gibt drei Regeln:

    Die einzelnen Regeln werden in separaten Beiträgen erklärt.

    Anwendbar sind die „Mendelschen Regeln“ nur bei diploiden Zellen. Außerdem gelten sie nicht für Merkmale, an deren Ausprägung mehrere Gene beteiligt sind.

    Quellen
  • Mendelsche Regeln (StudiFlix)
  • Mandy Thiele
    Sittichzucht Mandy Thiele
    Gastautorin dieses Beitrages
    • 1
      20.07.1822 bis 6.01.1884